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17. Mai bis 03. November 2019 | Sonderausstellung

»Tiere-Menschen-Sensationen - Der Fotograf Wulf Olm«

"Raus müsst Ihr, dorthin, wo das Leben spielt!“ Diese Aufforderung des 2007 viel zu früh verstorbenen Fotografen Wulf Olm ist seinen früheren Weggefährten von der Berliner Zeitung noch heute in fester Erinnerung. Viele seiner Fotos finden sich auch in den Publikationen des Bezirksamtes Lichtenberg, so über das Tierheim in Falkenberg oder von der Rennbahn Karlshost.

Dem Museum Lichtenberg wurde nun der fotografische Nachlass Wulf Olms überlassen – ein unschätzbar kostbarer Fundus. Er enthält Bilder, die der Fotojournalist erst für die Junge Welt, später für die Berliner Zeitung machte, viele davon Auftragsarbeiten, die u.a. die Entstehungszeit des Bezirkes Hohenschönhausen wiedergeben.

Der an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ausgebildete Fotojournalist und – Reporter fotografierte für die Junge Welt und die Berliner Zeitung. Von ihm stammen viele Bilder aus der Entstehungszeit des Bezirkes Hohenschönhausen, auf denen politisch Verantwortliche der SED und Bauarbeiter mit ihrer Bautechnik zu sehen sind. Über die Großbaustelle hinaus, die damals selbstverständlich propagandistisch in Szene gesetzt werden musste, existieren aber auch Porträts von Bauarbeitern. Sie verraten deren tatsächlichen Anteil an dem Großprojekt, der nicht im Jubeln, sondern in der Leistung bestand, innerhalb von nur fünf Jahren eine Heimatstatt für fast 90.000 Menschen gebaut zu haben. Viele Jahre, bis zu seinem Tod, wohnte Wulf Olm selbst in Neu-Hohenschönhausen. Mit dem Blick des intimen Kenners rückte er das Besondere des Ortes und das Leben seiner Bewohner ins Bild, in dem der Stereotyp „Platte“ keinen Platz hat.

Nach 1990 hielt er den Wandel der Stadt und des Landes in Bildern fest. Gemeinsam mit Alexander Osang entstanden Reportagen, die auch als Bücher erschienen.  Für das Lokalressort arbeitete er mit der gleichen fotografischen Leidenschaft, wie zuvor an großen Aufträgen. 

Das Leben hatte für ihn auch eine“ tierische Seite“. Als einer der besten Tierfotografen Deutschlands war er fast täglich im Tierpark Berlin anzutreffen.  Es verging wohl kein Tag, an dem im Lokalteil der Berliner Zeitung nicht ein von Wulf Olm abgelichtetes Tier erschien. Um auf die passende Pose des von ihm auserkorenen Tier wartete er oft Stunden lang vor dem Gehege. Auch für das neu erbaute Tierheim in Falkenberg fotografierte Olm regelmäßig.  Seit der Eröffnung 2002 entstanden jährlich Tierkalender mit seinen Bildern.

Aufgewachsen in Karlshorst ging er in diesem Ortsteil einer seiner Leidenschaften nach – dem Reit- beziehungsweise Traberrennsport. Er besaß Pferde und saß bei Rennen hin und wieder selbst im Sulky, so bei den damaligen Berliner Journalisten-Rennen.

Aus einem inzwischen von Angehörigen bereit gestellten, umfangreichen Foto-Fundus trägt die Kuratorin Petra Schröck – die u.a. für die Fotogalerien „Brotfabrik“ arbeitet - eine Auswahl von Fotos zusammen.

Die Ausstellung wird am Freitag, dem 17. Mai, um 19 Uhr im Museum Lichtenberg im Stadthaus eröffnet. Einführende Worte spricht die Kuratorin Petra Schröck und Maxim Shagajev spielt auf dem Bajan.

 

Bildquelle: Museum Lichtenberg/Nachlass Wulf Olm