Dezember

Oscar Hugo Gregorovius
*19. Dezember 1845 in Frankfurt (Oder); † 2. August 1913 in Berlin

170 Jahre (Geburstag)

[Baumeister – Kommunalpolitiker – Vater von Karlshorst]

Oscar Gregorovius war als Baumeister und Gemeindevertreter maßgeblich an Planung und Erschließung der damaligen Kolonie Carlshorst beteiligt. 1845 geboren und aufgewachsen mit sechs Geschwistern in einer Beamtenfamilie, lernte Gregorovius das Maurerhandwerk, wurde Meister und studierte Architektur.

Als Baumeister und Mitglied des Friedrichsfelder Gemeinderats konnte er seine Vorstellungen vom Wohnen mit Licht und Sonne fĂŒr einfache Leute in drei vom Kaiserpaar gestifteten MusterhĂ€usern in der Kaiser-Wilhelm-Straße umsetzen, die den Ausgangspunkt der Kolonie Carlshorst bildeten im Auftrag der Bauvereinigung „Eigenhaus“ fĂŒhrte er auch die Verhandlungen zum GrĂŒndungskonsens, der am 25. Mai 1895 erteilt wurde. Ihm oblagen die GeschĂ€ftsvollmachten fĂŒr die Verhandlungen mit den Behörden sowie die Bebauungs- und Straßenplanung. Sah diese zunĂ€chst nur die Errichtung von EinfamilienhĂ€usern vor, wurden aufgrund des großen Bevölkerungswachstums in Berlin zunehmend auch mehrgeschossige MietshĂ€user gebaut. Dennoch avancierte die Siedlung zu einer der bekanntesten Villenkolonien mit der Bezeichnung „Dahlem des Ostens“.

Von 1895 bis 1915 stieg die Zahl der Einwohner Carlshorsts, das ab 1901 Karlshorst hieß, von 214 auf 13.328 an, was schon zeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur notwendig machte. Im Juli 1895 eröffnete eine Eisenbahnhaltestelle. Es folgten VertrĂ€ge mit Wasser- und Gasgesellschaften fĂŒr die Versorgung der Kolonie, Straßenbefestigung, elektrische Beleuchtung und 1908 eine Kanalisation. Nicht selten war ein großer persönlicher Einsatz dafĂŒr notwendig. In seinem BĂŒro richtete Gregorovius eine Nebenstelle des Friedrichsfelder Einwohnermeldeamts ein. In seinem Wohnhaus in der Wildensteiner Straße eröffnete er eine Postagentur. Gregorovius, der auch in anderen Vororten Berlins tĂ€tig wurde, starb 1913 in Karlshorst und fand auf dem dortigen evangelischen Friedhof seine letzte RuhestĂ€tte.

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