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Objekt des Monats Februar

Ölbild des Wohnhauses Konrad-Wolf-Str. 145 in Berlin-Hohenschönhausen

Im Jahr 2017 kam ein GemĂ€lde mit dem Bild eines Hohenschönhauser Wohnhauses mit GaststĂ€tte als Schenkung durch den Hohenschönhauser Herrn Groth zum Museum Lichtenberg. Es ist eines der wenigen Zeitdokumente, das ein BĂŒrgerhaus um 1930 in der Konrad-Wolf-Straße darstellt. Gemalt hat es H. Pitz. Die einstige Landgemeinde Hohenschönhausen wurde ab 1920 mit dem Gesetz zur Bildung von Groß-Berlin in den 18. Berliner Verwaltungsbezirk Weißensee als Ortsteil eingegliedert. Das einstige Dorf Hohenschönhausen war als Straßendorf angelegt und wurde zum Ende des19. Jahrhunderts aufgrund der rasanten Entwicklung in der Reichshauptstadt Berlin ein Vorort von Berlin.
Die Parzellierung des Hohenschönhauser Rittergutes, die Pflasterung von Gehwegen, die Errichtung einer Straßenbahnverbindung nach Berlin, sowie die Errichtung der Löwenbrauerei trugen dazu bei, dass entlang des Orankesees fĂŒr Bankiers, Kaufleute und andere Unternehmer LandhĂ€user und entlang der heutigen Konrad-Wolf-Straße (damals Berliner Straße) prĂ€chtige BĂŒrgerhĂ€user entstanden. Zu diesen BĂŒrgerhĂ€usern gehört auch das hier auf dem GemĂ€lde abgebildete Wohnhaus mit GaststĂ€tte in der Konrad-Wolf-Straße 145. Es wurde 1905/06 entsprechend den WĂŒnschen der Bauherrin Witwe Sommer durch Paul Schreiber und seine Firma errichtet. Der Bau- und Zimmermeister baute entlang der Konrad-Wolf-Straße (frĂŒher Berliner Straße) weitere, noch heute erhalten gebliebene, prĂ€chtige WohnhĂ€user. Auch fĂŒr den Bau der Zuckerwarenfabrik in der Konrad-Wolf-Straße 83-84 und der einstigen Dorfschule in der Hauptstraße war er zustĂ€ndig.
Die GaststĂ€tte nannte sich anfangs „Zum SĂ€ngerheim“. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Julius Wustrow neuer EigentĂŒmer der GaststĂ€tte. Im Jahr 1938 erhielt die GaststĂ€tte den Namen „Zum ersten Ehestandsschoppen“. Nur wenige Meter von diesem Haus entfernt, befand sich das Hohenschönhauser Rathaus. Die hier getrauten Eheleute bestellten hĂ€ufig bei Wustrow ihr Hochzeitsessen und nahmen somit den ersten Ehestandsschoppen ein. Die Tochter von Julius Wustrow, Christine, genannt Dorchen, war die letzte Wirtin des Lokals. Bis etwa Ende der 1980er Jahre befand sich dann in den RĂ€umen der einstigen GaststĂ€tte eine Postfiliale. Seit Anfang der Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts sind hier wieder GaststĂ€ttenrĂ€ume. Die Autorin des Beitrags, Barbara Mewis, ist die Urenkelin des Bau- und Zimmermeisters Paul Schreiber.

 

 

 

 

 

Foto: Museum Lichtenberg