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Paul Schreiber - Zum 150. Geburtstag des Baumeisters von Hohenschönhausen

1869 - 1928

 

In Alt-Hohensch√∂nhausen findet man noch heute einige gut erhaltene B√ľrgerh√§user, Schulen und andere Geb√§ude entlang der Hauptstra√üe, Konrad-Wolf-Stra√üe, Roedernstra√üe und am Malchower Weg, die bereits ein gutes Jahrhundert und mehr √ľberdauert haben. Einer, der diesen Ortsteil, aber auch Malchow, Wartenberg und Falkenberg durch seine zahlreichen Bauten ma√ügebend mitgepr√§gt hat, ist der Baumeister Paul Schreiber.

Er erblickte das Licht der Welt am 21. April 1869 in Bernau. Sein Vater war der Maurer-, Zimmer- und Baumeister, Julius Schreiber und seine Mutter war Auguste Schreiber geb. Schmidt und stammte aus Falkenberg.

Die Familie von Paul Schreiber wohnte anfangs in Bernau nahe der alten Stadtmauer. Paul hatte zwei Schwestern, sowie f√ľnf Br√ľder, die alle einen handwerklichen Beruf erlernen. Die Maurer- und Baumeistertradition setzten auch seine Br√ľder Adolf und Richard fort. Um 1880 zog die Familie nach Falkenberg, wo Vater Julius seine Baut√§tigkeit auf die umliegenden D√∂rfer ausdehnte. Um 1895 zog er mit der Familie nach Franz√∂sisch Buchholz verlegte seinen Lebensmittelpunkt und seine emsige Baut√§tigkeit dorthin.

Paul Schreiber verblieb in Falkenberg, wo er von seinem Vater ein Einfamilienhaus mit Hof erhielt. Er heiratete am 11. Juni 1896 Frieda M√ľller aus der Lichtenberger M√∂llendorfstra√üe 14 (damals noch Dorfstra√üe). Aus dieser Ehe gingen zwei T√∂chter hervor. Heute k√∂nnte man sagen, Paul Schreiber war schon damals sehr modern und hat uns bereits vor √ľber 100 Jahren gezeigt, wie der Zusammenschluss von Lichtenberg mit dem Ortsteil Falkenberg funktioniert.

Gemeinsam mit seinem Vater erbaute Paul Schreiber 1889 die alte Dorfschule in der Hauptstra√üe 43, in der viele Generationen des ‚ÄěDorfes‚Äú Alt-Hohensch√∂nhausen zur Schule gingen. 1906 lie√ü Paul Schreiber von seiner eigenen Baufirma ein gro√ües Mietshaus in der Konrad-Wolf-Stra√üe 125 (ehemals Berliner Stra√üe) errichten, das er mit seiner Frau und den T√∂chtern bezog. Dieses Mietshaus wurde im Erdgeschoss im Jahr 1913 umgebaut und erhielt eine Apotheke, die etwa 100 Jahre in diesem Haus als ‚ÄěAdler Apotheke‚Äú gef√ľhrt wurde.

Weitere Bauten von Paul Schreiber befinden sich am Malchower Weg 2, wo er im Jahr 1913 im Fachwerkstil eine Steh- und Trinkbierhalle erbaute, die noch heute vielen alten Hohensch√∂nhausenern als ‚ÄěLindengarten‚Äú bekannt ist. Das restaurierte Geb√§ude geh√∂rt heute der evangelischen Kirchengemeinde und wird als Gemeindehaus genutzt. Die Friedhofskapelle auf dem Friedhof an der G√§rtnerstra√üe errichtete er 1902 im Auftrag f√ľr die Gemeinde.¬† Die Liste seiner Baut√§tigkeit in Hohensch√∂nhausen ist lang. So errichtete er den Erweiterungsbau der einstigen Zuckerwarenfabrik Georg Lembke in der Konrad-Wolf-Stra√üe 83-84, das Wohnhaus der befreundeten Familie Alberndt in der Hauptstr. 12 und die heutige ‚ÄěObersee-Grundschule‚Äú in der Roedernstra√üe. Die Gemeindeschule wurde vom Architekten James B√ľhring im Jahr 1910 entworfen und dann von Paul Schreiber im Jahr 1912/1913 als Gemeindedoppelschule erbaut. Paul Schreiber entwarf und baute auch f√ľr Bauern in der Wartenbergerstra√üe (Hohensch√∂nhausen) Wohnh√§user, massive Stallgeb√§ude, Bew√§sserungsanlagen und andere Geb√§ude, die jedoch im Zuge der Errichtung des Neubauviertels Ende der Siebzigerjahre bis Anfang der Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts verschwanden. Er arbeitete mit dem Architekten James B√ľhring zusammen, sowie mit dem Architekten Otto Besse aus der Motzstra√üe.

Paul Schreiber war neben seiner aktiven Baumeistertätigkeit auch Gemeindeschöffe und machte sich auch hier verdient. Er verstarb 1928 in seinem 60. Lebensjahr und wurde auf dem Gemeindefriedhof in der Gärtnerstraße bestattet.

Bildquellen: Privatarchiv B Mewis

Text: Barbara Mewis