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Person des Monats Juli

Hermann Prey - Opern- und Lieds├Ąnger, Bariton, in Berlin-Hohensch├Ânhausen aufgewachsen

1929 - 1997

 

Als Hermann Oskar Karl Bruno Prey am 11. Juli 1929 in der Oberseestra├če geboren wurde, war ihm sein sp├Ąteres Talent nicht an der Wiege gesungen. Gro├čvater und Vater ÔÇôbeide gaben ihren Vornamen Hermann an den Generationsfolgenden weiter - ├╝bten ein anderes, augenscheinlich den Musen fernes Handwerk als Fleischer und Fleischh├Ąndler aus. Das Musische mag ihm aber seine Mutter mit auf den Lebensweg gegeben haben. In seiner Schulzeit am ber├╝hmten Grauen Kloster in Berlins Mitte bot ihm dann den Ausgangspunkt f├╝r seine sp├Ątere k├╝nstlerische Laufbahn. Im dort traditionell ausge├╝bten Chorgesang trat sein Talent hervor und sehr schnell erhielt er Solopartien bei den vom Schulchor begleiteten Gottesdiensten in St. Marien und St. Nicolai. Seine Sangesleistungen, die jene in anderen Schulf├Ąchern weit ├╝berstiegen, f├╝hrten den erst Elfj├Ąhrigen in den anerkannten Berliner Mozartchor. Der Berlin erreichende Bombenkrieg beendete diese erste k├╝nstlerische Besch├Ąftigung. Hermann Prey gelangte im Landverschickungsprogramm 1943 nach Landsberg an der Warthe. Als er 1944 zur├╝ckkehrte, war sein Elternhaus in der Treskowstra├če von einer Fliegerbombe zerst├Ârt worden und die Familie kam im Haus des Gro├čvaters unter. Nach Kriegende besuchte der Sechzehnj├Ąhrige ein Gymnasium in Wei├čensee. Eine dort von ihm mit seinen Freunden Alfred Hix und Theodor Schnurbus gegr├╝ndete Musikkapelle nahm jedoch seine Aufmerksamkeit mehr als der Unterricht in Anspruch und er gab 1947 die Schule auf. Das Trio trat zu Tanzveranstaltungen in Lokalen der Umgebung oder in den Kasinos der Alliierten auf. Besonders beliebt waren Engagements, bei denen das Honorar in Naturalien bezahlt wurde. Auf diese Weise finanzierte er in den Folgejahren sein Musikstudium. Nach einem ersten erfolglosen Versuch, an der Hochschule f├╝r Musik aufgenommen zu werden, gl├╝ckte ihm, mit Unterst├╝tzung eines ihm empfohlenen Lehrers, Harry Gottschalk, die Aufnahme im zweiten Anlauf. So wurde er in die Gesangausbildungsklasse von Prof. G├╝nther Baum aufgenommen. W├Ąhrend des Studiums entdeckte er den Liederschatz des 19. Jahrhunderts f├╝r sich, der sp├Ąter einen gro├čen Teil seiner Arbeit pr├Ągen sollte. 1951 zog die Familie Prey nach Berlin-Tempelhof um. In diesem Jahr erhielt Hermann Prey nicht nur 40 Konzertengagements, sondern gab auch sein Deb├╝t beim RIAS Berlin. Damit hatte seine Karriere begonnen, die in 1952 als erste wichtige Station nach N├╝rnberg f├╝hrte. Dort gewann er den ÔÇ×Meistersinger-WettbewerbÔÇť und hatte als Sieger erste Auftritt in den USA. In Wiesbaden erhielt er im gleichen Jahr sein erstes Engagement, 1953 bis 1960 folgte ein zweites festes Engagement an der Staatsoper Hamburg. In diese Zeit fielen Auftritte beim RIAS Berlin und Norddeutschen Rundfunk sowie erste Platteneinspielungen unter anderem mit Herbert von Karajan. 1957 deb├╝tierte Hermann Prey an der Wiener Staatsoper und 1959 trat er erstmals bei den Salzburger Festspielen auf. Hermann Prey etablierte sich als hervorragender Liedinterpret. Seine Liederabende mit Werken u.a. von Beethoven und Schubert f├╝hrten ihn bis New York und Wien. 1960 gab er sein Deb├╝t an der Metropolitan Opera New York. Von da an war er auf den B├╝hnen der Welt zuhause. 1969 trat als erster deutscher S├Ąnger an der Mail├Ąnder Scala auf. Von Bedeutung waren in diesen Jahren auch viele Schallplattenaufnahmen. Hervorzuheben ist dabei die ÔÇ×Lied Edition Hermann PreyÔÇť. Diese Sammlung umfasst 452 Lieder aus acht Jahrhunderten. Zu den H├Âhepunkten seines K├╝nstlerlebens z├Ąhlt zweifelsohne die k├╝nstlerische Leitung der Schubertiade des Wiener Musikvereins, die er von 1983 bis 1997 innehatte. 1988 gab er sein Deb├╝t als Opernregisseur mit dem ÔÇ×FigaroÔÇť im Rahmen der Salzburger Mozartwochen. Das erfolgreiche K├╝nstlerleben zollte nach intensiven Jahren mit einer auftretenden Herzschw├Ąche erstmals 1997 seinen Tribut. Trotzdem trat er weiter auf. Seinen letzten Liederabend gab Hermann Prey am 12. Juli 1998 im Prinzregententheater in M├╝nchen. Er verstarb am 22. Juli 1998 in seinem Haus in Krailling.

Der Spross aus einer Hohensch├Ânhausener Fleischerfamilie war ein Star auf den gro├čen B├╝hnen der Welt. Insbesondere das klassische deutsche Liedgut war sein Markenzeichen.

 

 

 

 


 Bildquelle und Literaturnachweis:

Hermann Prey - Premierenfieber; Aufgezeichnet von Robert D. Abraham

Kindler Verlag GmbH M├╝nchen 1981

 

Biographie aus

https://www.klassikakzente.de/hermann-prey/biografie