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Bezirksamt Lichtenberg
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Museum Lichtenberg 
im Stadthaus
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Ă–ffentliches Gedenken:

ZachertstraĂźe

 

 

Geboren am 8. März 1881 in Berlin war Eduard Zachert seit seinem achten Lebensjahr Waise. Er erlernte das Handwerk eines Lederarbeiters. Am Ende seiner Militärdienstzeit nahm er 1900 an dem Einsatz zur Niederschlagung der "Boxeraufstand" genannten Erhebung in China teil. Durch den Auslandseinsatz empfohlen, wurde er 1901 Postbeamter und bereits 1906 in den Berliner Vorstand des "Verbandes der Postbeamten" gewählt. Im Ersten Weltkrieg war er zwei Jahre lang Soldat und wurde Mitglied der USPD. Wegen seiner politischen Betätigung war er 1920 drei Monate in Haft. Im selben Jahr wurde er in die Bezirksversammlung Prenzlauer Berg gewählt. 1922 wurde er wieder Mitglied der SPD. Von 1923 bis 1925 gehörte Eduard Zachert der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. Von 1924 bis 1932 war er Mitglied des Preußischen Landtages. Daneben engagierte er sich in verschiedenen Verbänden der Postbeamten, die sich schließlich zur "Deutschen Postgewerkschaft" zusammenschlossen. 1933 wurde Zachert aus politischen Gründen von der "Deutschen Reichspost" entlassen. Er gehörte zu einer Widerstandsgruppe früherer SPD-Mitglieder, die verbotene Schriften verteilten. Im Juli 1934 festgenommen und schwer misshandelt, kam er nach drei Monaten wieder frei. Er arbeitete danach als Versicherungsvertreter. Im Oktober 1942 schrieb er einem Gastwirt, in dessen Lokal er ein Gespräch über den Krieg gehört hatte. Er warnte ihn, seinen Sohn Offizier werden zu lassen. Der Krieg sei Unrecht und dürfe nicht gewonnen werden. Die Kriegsgegner seien im Übrigen so viel stärker, dass er nicht gewonnen werden könne. Der maschinenschriftliche Brief war nicht unterschrieben. Der Gastwirt übergab ihn der Gestapo, die herausfand, dass Zachert ihn verfasst hatte. Am 30. April1943 wurde er vom Volksgerichtshof wegen "Zersetzung der Wehrkraft" zum Tode verurteilt und drei Monate später in Berlin-Plötzensee ermordet.