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Samstag, 21. Oktober 2017, 10–17 Uhr | Konferenz

„Glaube an das Veränderbare“ – 40 Jahre Rudolf Bahros Alternative und die Gemeinschaft seiner Unterstützer

Vor vierzig Jahren veröffentlichte der Spiegel den Vorabdruck der Sozialismuskritik „Die Alternative“ von Rudolf Bahro. Bahro wurde verhaftet und in die U-Haft des MfS nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Wenig später erschien das Buch in der Europäischen Verlagsanstalt. Dass die Publikation nicht das Werk der Einzelperson Bahro war, ist wenigen bekannt. Wer ihn unterstützte, was seine Kritik am Realsozialismus bewirkte und wie sie mit historischem Abstand zu bewerten ist, möchte diese Konferenz ergründen. Es werden Kenner des Buches, der historischen Person Rudolf Bahro, ehemals Beteiligte und von der Arbeit Beeinflusste oder Angeregte zu Wort kommen.

Programm

10.00 Uhr: Einlass und Registrierung

10.15 Uhr: Begrüßung

Dr. Thomas Thiele, Leiter des Museums Lichtenberg

10.30–11.30 Uhr: Einführungsvorträge

Rudolf Bahros „Alternative“ – Größe und Grenzen einer Konzeption
Dr. Guntolf Herzberg, Philosoph und Bahro-Biograf
„Die Alternative“ - Dokument einer politischen Religion und Theologie?

Dr. Thomas Schubert, Politikwissenschaftler, TU Chemnitz

11.30–12.30 Uhr:  Panel 1: „Wessen Alternative – ein tragfähiges Konzept?“
Welche Rolle nimmt die „Alternative“ in der marxistischen Systemkritik ein und war sie mehr als politische Utopie? Welchen Bezug hatte sie zu anderen Reformideen, so zu denen Robert Havemanns oder osteuropäischer „Dissidenten“?

Dr. Alexander Amberger, Politikwissenschaftler
Wolfgang Templin, aktiv in der DDR- Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsbewegung, Verbindungen zu polnischen Charta- und Solidarność-Gruppen
Dr. Ines Weber, Politikwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften - Bereich Politikwissenschaft - der Christian-Albrechts-Universität Kiel

Moderation: NN

12.30–13.30 Uhr: Mittagspause

13.30–14.30 Uhr: Panel 2: „Offener Kreis – geschlossener Zirkel?“
Welche Wege nahm das Manuskript bis zur Veröffentlichung, wer unterstütze Bahros Arbeit und wer erhielt aus welchen Gründen Zutritt zu den unterstützenden Personenkreisen?

Dr. Thomas Thiele, Leiter des Museums Lichtenberg stellt neuste Forschungsergebnisse über Bahros Unterstützerkreis vor.

Diskutierende:
Dr. Guntolf Herzberg
Ulrich Schwarz, Journalist, 1976/77 und 1985-89 Korrespondent bei DER SPIEGEL in Ostberlin
Agnete Kutar, Weggefährtin von Rudolf Bahro

Moderation: Dr. Bernd Florath, Historiker

14.30–14.45 Uhr: Kurze Pause
 
14.45–15.45 Uhr: Panel 3: „Und schweigt ihr Bahro dreimal tot …“
Wie gingen der Staat und die SED mit der öffentlich gewordenen Systemkritik um? Welche Resonanz hatten die Thesen Bahros auf Diskussionen in reformorientierten oder systemkritischen Kreisen?

Hannes Schwenger, Literaturwissenschaftler, Publizist und Schriftsteller, Mitbegründer des Schutzkomitees Freiheit und Sozialismus
Tina Krone, aktiv in der DDR-Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsbewegung,

Moderation: Dr. Christoph Links, Verleger

15.45–16.00 Uhr: Kurze Pause

16.00–16.10 Uhr: Vorstellung des Nachlasses von Rudolf Bahro

Der Nachlass befindet sich im »Grünen Gedächtnis« der Heinrich-Böll-Stiftung und wurde archivisch verzeichnet sowie erschlossen.

Dr. Christoph Becker-Schaum, Archivleiter des Grünen Gedächtnisses der Heinrich-Böll-Stiftung

16.15–17.00 Uhr: Abschlussdiskussion: „Was bleibt von Bahros Alternative?“
Welche Relevanz haben Bahros Thesen heute und gibt in der Gegenwart Gesellschaftsmodelle und -entwürfe oder Utopien mit vergleichbaren Intentionen

Dr. Rainer Land, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler
Andreas Simoneit, Physiker und Wirtschaftsingenieur, Förderverein Wachstumswende
Mitarbeiter/innen der Berliner Attac-Gruppe Degrowth – Solidarisches Postwachstum

Moderation: Dr. Dirk Moldt, Historiker, Museum Lichtenberg 

Hier finden Sie das Programm als → PDF-Datei.

Eine Konferenz des Museums Lichtenberg in Zusammenarbeit mit dem Christoph Links Verlag, der Robert Havemann Gesellschaft und der Heinrich-Böll-Stiftung, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.


 

Information und Anmeldung

Ort: Ruschestraße 103, 10365 Berlin, Haus 22

Hinweis: Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Für die Verpflegung (Mittagessen, Kaffeepausen) erheben wir einen Selbstkostenbeitrag.
Bei Anmeldung bis 05.10.2017: 10 € / ermäßigt* 7 €
bei Anmeldung ab 06.10.2017: 15 € / ermäßigt* 10 €

*Ermäßigungen gelten für SchülerInnen, StudentInnen sowie InhaberInnen eines Berlin-Passes.

Bitte melden Sie sich über das Online-Formular an oder schicken eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und überweisen den Verpflegungsbeitrag innerhalb von 7 Tagen nach Anmeldung unter Angabe Ihres Namens auf folgendes Konto:

Förderkreis Museum Lichtenberg im Stadthaus e.V.
IBAN: DE23 1009 0000 7461 6920 30
BIC: BEVODEBB

Anmeldung zur Konferenz
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