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16. März 2013

Eröffnung der Ausstellung "Zerstörte Vielfalt - Das Revolutionsdenkmal von Mies van der Rohe"

19:00 Uhr Konzert der Bolschewistischen Kurkapelle

 

 26. April 2013

Neue Gedenkorte für die Revolutionsgefallenen Luxemburg und Liebknecht in Berlin nach 1945

Vortrag von Martin Schönfeld

Mit einem Vortrag über die Berliner Erinnerungsorte für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht setzt das Museum Lichtenberg die Begleitveranstaltungen zur Sonderausstellung "Das Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe - Zerstörung und Nachwirken einer modernen Utopie" fort.

Martin Schönfeld, Mitautor der Ausstellung und beschäftigt im Büro für Kunst im öffentlichen Raum im Kulturwerk des bbk berlin GmbH, stellt darin unter dem Titel "Eine kontroverse Erinnerungslandschaft" verwirklichte und nichtverwirklichte Gedenkorte und Erinnerungsformen nach 1945 vor.

Hintergrund:

Das von den Nationalsozialisten zerstörte Denkmal, mit dem auf dem Friedhof Friedrichsfeldezwischen 1926 und 1935die ermordeten KPD-Gründer geehrt worden waren, wurde nach 1945 nicht wieder errichtet. Die schon 1947 beschlossene und 1951 verwirklichte Übertragung der Erinnerung an die Gedenkstätte der Sozialisten hatte auch einen dauerhafte Verlust des Mies'schen Denkmals zur Folge. Mit der Teilung der Stadt begann eine Suche nach alternativen Formen des Gedenkens an die Revolutionsführer von 1918/19.

"Die Einweihung des Denkzeichens für Rosa Luxemburg am 14. September 2006 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz setzte einen vorläufigen Schlusspunkt hinter die Geschichte der öffentlichen Erinnerung an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht seit 1945. Im Verlauf von 61 Jahren fand das Gedenken für die zwei Politiker nicht nur Zustimmung. Ideologische Abwehr, bürokratische Verschleppungen und staatliche Erinnerungshierarchien standen mancher Initiative entgegen. Die öffentliche Erinnerungslandschaft für Liebknecht und Luxemburg im Stadtraum Berlins repräsentiert in ihrer Verschiedenheit einen kontroversen Erinnerungsverlauf. " (Martin Schönfeld)

 


15. Mai 2013

Politische Sepulkralkultur – Mausoleen, Mauern, Rituale

Vortrag von Jürgen Hofmann

Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Das Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe - Zerstörung und Nachwirken einer modernen Utopie"

Der Städtische Friedhof Friedrichsfelde entwickelte sich mit der Bestattung führender Sozialdemokraten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem politischen "Wallfahrtsort". Der Trauerzug für Wilhelm Liebknecht im Jahr 1900 wurde von Hunderttausend Menschen gesäumt. Fortgesetzt wurde diese Begräbniskultur unter anderem durch die Beisetzung des SPD-Vorsitzenden und Reichstagsabgeordneten Paul Singer und vieler anderer Sozialdemokraten, so dass eine langjährige Tradition entstand. Friedrichsfelde erhielt daraufhin die inoffizielle Bezeichnung "Feldherrenhügel der Sozialdemokratie" oder auch "Sozialistenfriedhof". Mit dem Begräbnis der KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht 1919 entwickelte sich der Friedhof endgültig zu einem Ort des Totengedenkens, das sich mit politischen Manifestationen vereinte. Bis in die frühen Dreißigerjahre wurde diese Tradition fortgesetzt, ehe die Nationalsozialisten sie mit Verhaftungen und Verboten unterbanden. 1935 ließen sie das Revolutionsdenkmal abreißen und 1941 die Grabstellen der Kommunisten einebnen. Erst 1946 konnte an die traditionellen Januardemonstrationen wieder angeknüpft werden, die seit 1951 an die Gedenkstätte der Sozialisten führen. Das Gedenken an die Vorkämpfer und Märtyrer mutierte immer mehr zur Huldigungsveranstaltung für die jeweilige SED-und DDR- Führung. In dem Vortrag wird über die historischen Wurzeln, an die inzwischen vielfältigen Gedenkorte auf unterschiedlichen Gräberfeldern und an die Rituale des politischen und persönlichen Erinnerns informiert.

Prof. Jürgen Hofmann ist Mitglied des Förderkreises Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin- Friedrichsfelde e.V., der sich seit dem Jahr 2002 um den Erhalt, die Pflege und die Erinnerung an einen der größten politischen Friedhöfe in Deutschland verdient macht.

 

12. Juni 2013

Das Revolutionsdenkmal in Friedrichsfelde von Ludwig Mies van der Rohe - Spuren im architektonischen Werk seines Schöpfers

Vortrag von Dr. Wita Noack

Ludwig Mies van der Rohe, letzter Bauhausdirektor vor dessen Schließung durch die Nationalsozialisten1933, hinterließ auf dem Zentralfriedhof in Berlin Friedrichsfelde das Denkmal für die Revolutionsopfer von 1919.

Es blieb das einzige Denkmal, das der bedeutende Vertreter der künstlerischen Moderne des 20. Jahrhunderts baute. 1935 wurde es auf Beschluss des NS-Bezirksamtens Lichtenberg zerstört. Doch finden sich im Gesamtwerk des Architekten viele Spuren, die auf die besondere Formensprache des nicht wieder errichteten frühen politischen Monuments aus dem Jahr 1926 verweisen.

Dr. Wita Noack, Leiterin des Mies van der Rohe Hauses in Hohenschönhausen, gibt Hinweise auf diese Besonderheit und stellt den international noch heute sehr beachteten Künstler vor, dessen Leistung von ungebrochen großer Wirkung ist.

Der Vortrag ist Bestandteil des Rahmenprogramms zur Ausstellung " Das Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe - Zerstörung und Nachwirken einer Modernen Utopie"

Aufgrund des großen Interesses wird die Ausstellung zum Themenjahr "Zerstörte Vielfalt" bis zum 21. Juli 2013 verlängert

 

11. Oktober 2013

Triennale der Moderne
– Das Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe

„Ich war – ich bin – ich werde sein“ — diese auf den Freiheitssänger Ferdinand Freiligrath zurück gehenden Worte, die auch Rosa Luxemburg zugeschrieben werden („Die Revolution sagt ich bin, ich war, ich werde sein.“), sollten als Inschrift für das Revolutionsdenkmal von Mies van der Rohe dienen.

Es kam nie dazu, und somit bleibt vor allem der heutigen Generation die Symbolik des einstigen modernen Denkmals verborgen. Denkmale sind Symbole im öffentlichen Raum. Was passiert, wenn Menschen diese Symbole nicht mehr deuten können, weil sie sie nicht kennen? Schrift ist auch ein Symbol und erschließt uns die Bedeutung nicht nur von Denkmalen.

Die Schulklasse 12 der Evangelischen Schule in Mitte hat versucht, sich dem Revolutionsdenkmal über seine - nie dauerhaft angebrachte Inschrift zu nähern.

„Ich war – ich bin – ich werde sein“ — trifft auch der heutigen Jugend mitten ins Herz. An welche Werte glauben sie, für die sie einstehen würden? Und wie kann man mittels dem künstlerischen Gestaltungsmittel der Typographie diesen Werten Gestalt verleihen und ihnen eine Öffentlichkeit geben?

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