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Zum Gedenken an Lichtenberger WiderstandskämpferInnen 1939-1945

  • Judith Auer (1905‚Äď1944) Open or Close

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Judith-Auer-Straße

    Jugendfreizeiteinrichtung "Judith Auer", Otto-Marquardt-Straße 8

    Seniorenbegegnungsstätte "Judith Auer", Judith-Auer-Straße 8

    Seniorenheim "Judith Auer", Judith-Auer-Straße 8

     

    Geboren am 19. September 1905 in Z√ľrich als Judith Valentin, Tochter des j√ľdischen Schriftstellers Franz Vallentin und seiner FrauMargaret, geborene Hoffmeister. Die Familie lebte ab 1907 in Berlin, Judith und ihre Schwester Ruth besuchten zun√§chst eine Privatschule, dann das Lyzeum und absolvierten das Abitur. Judith Vallentin und ihre Geschwister wurden nach dem fr√ľhen Tod der Eltern im Jahre 1917 von einer verm√∂genden j√ľdischen Familie erzogen. Sie begann, entsprechend ihrem Berufswunsch Pianistin zu werden, ein Musikstudium in Berlin und Leipzig, was sie jedoch bald darauf aus finanziellen Gr√ľnden abbrechen musste. 1924 trat Judith Vallentin als Studentin der Kommunistischen Jugend Deutschlands (KJD) bei und zog 1925 nach Berlin. Als Organisationsleiterin einer sozialistischen Studentengruppe in Berlin-Wedding und Funktion√§rin im "Jung-Spartakus-Bund" lernte sie den KJVD-Funktion√§r Erich Auer (26.4.1902 - 1.6.1978) kennen und heiratete ihn 1926.

    1927 wurde sie KPD-Mitglied und ging ein Jahr sp√§ter mit ihrem Ehemann f√ľr ein Jahr nach Moskau und arbeitete dort im B√ľro der Kommunistischen Internationale. Zur√ľckgekehrt nach Berlin arbeitete sie in parteieigenen Unternehmen. Im November 1929 wurde ihre Tochter Ruth geboren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland beteiligte sie sich an der antifaschistischen Propaganda und verbreitete Flugbl√§tter gegen Aufr√ľstung und die drohende Kriegsgefahr. Sie war zun√§chst Hausfrau und arbeitete ab 1937 bei der AEG im Kabelwerk Oberspree in Berlin als Stenotypistin, dann als Eink√§uferin. Judith Auer hielt hier Kontakt zur Widerstandsgruppe um den Schwei√üer Fritz Pl√∂n, die wiederum Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow, Franz Jacob, Bernhard B√§stlein und Karl Klodt hatte. Sie verwaltete die Finanzen ihrer Widerstandsgruppe und nutzte dienstliche Fahrten f√ľr Kurierdienste, so insbesondere zur Kontaktaufnahme zu NS-Gegnern in Th√ľringen. Sie versteckte Franz Jacob nach seiner Flucht aus Hamburg mehrere Monate lang in ihrer Wohnung.

    Am 7. Juli 1944 wurde Judith Auer an ihrem Arbeitsplatz verhaftet. Sie wurde am 6. September 1944 vom Volksgerichtshof gemeinsam mit Bruno Hämmerling und Franz Schmidt zum Tode verurteilt und am 27. Oktober 1944 in Berlin-Plötzensee ermordet.

  • Bernhard B√§stlein (1894‚Äď1944) Open or Close

    √Ėffentliches Gedenken:

    Bernhard-Bästlein-Straße

     

    Am 3. Dezember 1894 in Hamburg als Sohn eines B√ľchsenmachers geboren, wuchs er in einem sozialistischen Elternhaus auf. Nach der Lehre Feinmechaniker, trat er 1911 in die Arbeiterjugend und kurz vor dem Weltkrieg, den er als Soldat an der Westfront mitmachte, der SPD bei. 1918 schloss er sich der USPD an und kam mit deren linkem Fl√ľgel im Dezember 1920 zur KPD. 1921 wurde er Abgeordneter der Hamburger B√ľrgerschaft. Wegen seiner Teilnahme an den M√§rzk√§mpfen 1921 von der Polizei gesucht, fl√ľchtete B√§stlein nach Sowjetru√üland, wo er in der Autonomen Republik der Wolgadeutschen die "Deutsche Bauernzeitung" redigierte. Nach einer Amnestie Anfang 1923 nach Deutschland zur√ľckgekehrt, wurde er Redakteur der "Westf√§lischen Arbeiterzeitung" in Dortmund, sp√§ter Redakteur von Parteizeitungen in Hagen und Barmen und Remscheid. 1929 Chefredakteur der "Solinger Bergischen Arbeiterstimme", wurde B√§stlein im Oktober 1929 Leiter des KPD-Unterbezirks in D√ľsseldorf. Von Februar 1931 bis Mai 1933 Polleiter des Bezirks Mittelrhein, seit April 1932 geh√∂rte er auch dem Preu√üischen Landtag an und wurde am 5. M√§rz 1933 noch in den Reichstag gew√§hlt. Im Mai 1933 wurde B√§stlein¬† mit dem Aufbau der illegalen KPD im Gro√üraum Frankfurt/M. beauftragt¬† verhaftet und im Dezember 1934 zu 20 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Strafzeit im Zuchthaus Siegburg war er f√ľnf Jahre im KZ, Anfang 1940 entlassen, arbeitete er als Wagenw√§scher, dann als Chauffeur in Hamburg. Dort organisierte er mit den ehemaligen KPD-Funktion√§ren Robert Abshagen und Franz Jacob eine Widerstandsgruppe. Er wurde am 17. Oktober 1942 erneut verhaftet und von einem Gestapobeamten beim Fluchtversuch durch einen Steckschuss verletzt. Einen anschlie√üenden Selbstmordversuch im Stadthaus, dem Hamburger Gestapo-Hauptquartier, √ľberlebte er. Im Sommer 1943 wurde B√§stlein zur Aburteilung nach Berlin gebracht, wo es ihm w√§hrend eines Luftangriffes am 30. Januar 1944 gelang, aus dem Gef√§ngnis Pl√∂tzensee zu entfliehen. Er fand Anschluss an die Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Am 30. Mai 1944 abermals verhaftet und am 5. September 1944 zum Tode verurteilt, wurde Bernhard B√§stlein am 18. September 1944 zusammen mit Saefkow im Zuchthaus Brandenburg/Havel hingerichtet.

  • Kurt Bietzke (1894‚Äď1943) Open or Close

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Bietzkestraße

     

     

     

    Geboren am 13. Januar 1894 in Guben als Sohn des Malermeisters Gustav Bietzke und seiner Ehefrau Auguste, geborene Bahr. Nach der Volksschule lernte er selbst das Malerhandwerk, heiratete 1915 die Maschinenstrickerin Martha Kuban (11.6.1894 - 29.1.1967) und zog mit seiner Familie nach Berlin. Sie hatten zwei Kinder Walter und Elsbeth. In Berlin trat Kurt Bietzke 1916 der SPD bei, verlie√ü sie bald, und wurde 1919 Mitbegr√ľnder der KPD in Berlin-Lichtenberg. Bietzke war als Maler bei der Fabrik "L√∂we" in Berlin-Lankwitz besch√§ftigt. Als Funktion√§r der KPD in Berlin war er stellvertretender Leiter des "Proletarischen Selbstschutzes Berlin-Ost", der u. a. auch f√ľr den Schutz des "Karl-Liebknecht-Hauses" dem Sitz des Zentralkomitees der KPD zust√§ndig war. Ab 1933 im Widerstand gegen das NS-System wurde Bietzke nach illegalen Aktionen zum 1. Mai 1933 in Stralau und Lichtenberg kurzzeitig verhaftet. Als Leiter einer Gruppe mit dem Decknamen "Maler" beschriftete er mit anderen NS-Gegnern 1934 einen Fabrikschornstein mit der Losung "Die KPD lebt". In der Folgezeit geh√∂rte er der Widerstandsgruppe um Robert Uhrig, Felix und K√§the Tucholla an. Kurt Bietzke hatte Verbindung zu den "Roten Bergsteigern" einer im s√§chsischen Elbsandsteingebirge wirkenden Widerstandsgruppe. 1942 half er den aus der Sowjetunion mit dem Fallschirm abgesprungenen Instrukteur des ZK der KPD Erwin Panndorf und hielt Kontakt zu den NS-Gegnern Rudolf Scheffel und Richard Hinkelmann. Kurt Bietzke beschaffte u. a. illegale Quartiere, besorgte P√§sse, Geld und Lebensmittelkarten. Er wurde am 8. Juli 1942 auf der Arbeitsstelle in Berlin-Lankwitz verhaftet, kam zun√§chst in das Gestapo-Lager Wuhlheide und wurde am 17. August 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. In den so genannten Blutn√§chten von Pl√∂tzensee, einer Massenexekution, wurde er am 8. September 1943 ermordet.

  • Max Brunnow (1896‚Äď1940) Open or Close

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenktafel Alfred-Jung-Straße 5  Max-Brunnow-Straße

     

    Max Brunnow wurde am 26. September 1896 in Stralsund geboren. Von Beruf kaufmännischer Angestellter, wohnte er in der Lichtenberger Wördenstraße 63 (heute Alfred-Jung-Straße 5). Er heiratete 1925 die aus Cave del Predil/Italien stammende kaufmännische Angestellte Amalie Kosmalla (18. 8.1902  22.8.1973). 1926 kam ihr gemeinsamer Sohn Rochus zur Welt. 1927 wurde Max Brunnow Mitglied der KPD und arbeitete nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten illegal im KPD-Unterbezirk Berlin-Lichtenberg. 1936 und 1938 verhaftet, jeweils aus Mangel an Beweisen freigelassen, stand er jedoch ununterbrochen unter Polizeiaufsicht. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 wie viele ehemalige KPD-Funktionäre verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt, starb er dort am 10. Februar 1940 angeblich an Grippe.

  • Hilde Coppi (1909‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Hans-und-Hilde-Coppi-Oberschule, Römerweg 30/32

     

     


    Geboren am 31. Mai 1909 in Berlin als Hilde Rake, Tochter des T√§schners Max Rake und seiner Frau der Lederwarenh√§ndlerin Hedwig Rake, geborene Grube. Nach dem Besuch des Lyzeums und der H√∂heren Handelsschule arbeitete Hilde Rake als Sekret√§rin und Sprechstundenhilfe eines Berliner Arztes. Noch 1933 lernte sie w√§hrend des Besuchs an einigen Volkshochschulkursen Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands kennen und schloss mit ihnen Freundschaft. Ab 1939 war sie als Sachbearbeiterin in der Reichsversicherungsanstalt f√ľr Angestellte in Berlin t√§tig. Hilde Rake fand Anschluss an Widerstandskreise und lernte Hans Coppi kennen, den sie im Juni 1941 heiratete.
    Als Mitglied der Widerstandsgruppe um Hans Coppi hatte sie enge Verbindung zum Kreis um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen. Die Gruppe wurde sp√§ter von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) als "Rote Kapelle" bezeichnet und vor allem der Spionaget√§tigkeit f√ľr die Sowjetunion verd√§chtigt. Sie beteiligte sich an einer illegale Aktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies" im Berliner Lustgarten. Hilde Coppi h√∂rte die Nachrichten von "Radio Moskau" ab und √ľbermittelte illegal Gr√ľ√üe und Lebenszeichen von deutschen Kriegsgefangenen an deren Angeh√∂rige in Deutschland. Am 12. September 1942 wurde Hilde Coppi hochschwanger mit ihrem Ehemann von der Gestapo verhaftet.

    Am 27. November 1942 brachte sie ihren Sohn Hans im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße zur Welt. Ihr Mann Hans Coppi wurde vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet.

    Am 20. Januar 1943 verurteilte das Reichskriegsgericht Hilde Coppi zum Tode.
    Im Juli 1943 wurde ein Gnadengesuch Hilde Coppis abgelehnt und am 5. August wurde sie in Berlin-Plötzensee ermordet.

  • Hans Coppi (1916‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Coppistraße

    Hans-und-Hilde-Coppi-Oberschule, Römerweg 30/32

     

     


    Geboren am 25. Januar 1916 als Sohn des Arbeiters Robert Coppi (16.12.1882 -¬† 14.10.1960) und dessen Ehefrau Frieda, geborenen Schoen (22.9.1884 - 8.2.1961) in Berlin geboren. Seine Eltern waren sp√§ter Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Von 1929 bis 1932 besuchte Hans Coppi die reformp√§dagogische Schulfarm Scharfenberg in Berlin-Tegel. 1931 wurde er Mitglied der "Roten Pfadfinder" und des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands. 1932 verlie√ü er Scharfenberg und wechselte an das Lessing-Gymnasium in Berlin. Er hatte sich mit Sch√ľlern solidarisiert, die wegen des unerlaubten Besuchs des Films "Kameradschaft" von Georg Wilhelm Pabst vom Scharfenberg-Internat verwiesen worden waren. Der Film thematisierte deutsch-franz√∂sische Solidarit√§t w√§hrend eines Grubenungl√ľcks zur Zeit der Besetzung des Ruhrgebiets. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und nach dem Reichstagsbrand ging er in den Untergrund. Anfang 1934 verhaftet, kam er in das ber√ľchtigte Konzentrationslager Oranienburg. Wegen der Verteilung illegaler Flugbl√§tter wurde er am 4. August 1934 wegen "Vorbereitung eines hochverr√§terischen Unternehmens" zu 1 Jahr Gef√§ngnis verurteilt.

    Am 4. Februar 1935 entlassen, fand er eine Anstellung als Dreher. Hans Coppi suchte Kontakt zu seinem oppositionellen Freundeskreis des Scharfenberg-Internats, der den vom NS-Regime Verfolgten Fluchthilfe leistete. Er war Mitautor mehrerer Flugbl√§tter, die vor der Kriegsabsicht der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) warnten. 1937 wurde er zur Ableistung eines mehrmonatigen Arbeitsaufenthalts auf dem Land gezwungen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde Coppi als "Wehrunw√ľrdiger" eingestuft und nicht eingezogen. Er fand Anschluss an die Widerstandsgruppe um Wilhelm Sch√ľrmann-Horster (1900-1943), die eine Vernetzung von Widerstandsaktivit√§ten in den Berliner Betrieben organisierte. Ab 1940 nahm Hans Coppi enge Verbindung zum Kreis um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen auf. Die Gruppe wurde sp√§ter von der Gestapo als "Rote Kapelle" bezeichnet und vor allem der Spionaget√§tigkeit f√ľr die Sowjetunion verd√§chtigt. 1941 heiratete er Hilde Rake. Hans Coppi erkl√§rte sich bereit, per Funkverbindung die Sowjetunion √ľber die Widerstandsaktivit√§ten zu informieren. 1942 √ľbernahm er die Betreuung eines illegalen Fallschirmagenten aus Moskau.

    Im September 1942 wurde seine "Wehrunw√ľrdigkeit" aufgehoben und er erhielt die Einberufung zur Wehrmacht. Am 12. September 1942 wurden Hans und Hilde Coppi in Schrimm (Posen, heute: Polen) verhaftet. Am 27. November 1942 kam sein Sohn Hans im Berliner Frauengef√§ngnis zur Welt. Am 19. Dezember 1942 wurde Hans Coppi im Prozess gegen die Hauptangeklagten der "Roten Kapelle" von dem Zweiten Senat des Reichskriegsgerichts zum Tode verurteilt und drei Tage sp√§ter am 22. Dezember in Berlin-Pl√∂tzensee hingerichtet.

  • Anna Ebermann (1891‚Äď1944) Open or Close

    √Ėffentliches Gedenken:

    Anna-Ebermann-Straße

     

    Geboren am 10. Februar 1891 in Rotenbauer bei W√ľrzburg als Anna Ziegler,
    Tochter des Arbeiters Kaspar Ziegler und seiner Ehefrau Katharina Ziegler, geb. Krenzer.
    Anna Ebermann heiratete den B√§cker Karl Ebermann (27.4.1886 - 1.8.1955). Sie wohnten in Berlin-Wei√üensee in der G√ľrtelstra√üe und hatten drei Kinder. Nach 1933 im Widerstand, diente ihre Wohnung f√ľr illegale Treffs. Im April 1943 war Anna Ebermann zu Besuch bei Ihrem Bruder Lorenz in Rottenbauer. Als sie sich unter dem Eindruck des Bombenkrieges und der Niederlage bei Stalingrad gegen√ľber Bewohnern des Ortes im Lokal abf√§llig √ľber Hitler und den Krieg √§u√üerte und versuchte einigen Frauen begreiflich zu machen, dass die Niederlage Hitlers nicht das Chaos, sondern den Anfang eines neuen, besseren Deutschlands bedeutet, wurde sie denunziert und am 6. Mai 1943 verhaftet. Die Tatsache, das sie bereits vor 1933 aktive Kommunistin war und sich Tochter und Schwiegersohn unter den verhafteten Angeh√∂rigen der Widerstandsgruppe um Herbert Baum befanden, lie√üen sie in den Augen der NS-Justiz doppelt schuldig erscheinen. Am 7. November 1943 wurde Anna Ebermann wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Die letzten Monate in der Todeszelle waren f√ľr die tapfere Frau und Mutter besonders schwer wegen der Ungewissheit √ľber das Schicksal ihrer Kinder. Diese erlebten das Kriegsende und die Befreiung vom Nationalsozialismus. Anna Ebermann wurde am 19. November 1943 vom 6. Senat des Volksgerichtshofes wegen "Wehrkraftzersetzung in Verbindung mit Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt und am 17. M√§rz 1944 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Paul Gesche (1907‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Paul-Gesche-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 12. Juni 1907 in Berlin als Sohn von Otto und Maria Gesche, geborene Sielaff. Paul Gesche besuchte die Gemeindeschule, arbeitete anschlie√üend als B√ľrohilfsarbeiter und nahm sp√§ter eine Tischlerlehre auf. Nach zwei Jahren Wanderschaft war er bis 1929 als B√ľhnentischler t√§tig wurde dann arbeitslos. Er heiratete im Oktober 1932 Emma Gesche, geborene Kochan ( 21.2. 1907 - .....). Der Sohn Klaus kam im April 1938 zur Welt.
    1924 trat Paul Gesche in die SAJ, 1931 in die KPD ein und war ab 1932 im Freidenkerverband aktiv. Nach 1933 bet√§tigte er sich illegal, besonders unter der Sportjugend im NS-Reichsbund f√ľr Leibes√ľbungen und im Segelklub "Wiking".
    1934 verhaftet und am 19. Januar 1935 vom Kammergericht Berlin wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung betätigte er sich erneut gegen das NS-Regime, war Mitglied der Widerstandsgruppe um Robert Uhrig. Paul Gesche wurde am 10. Februar 1942 verhaftet. Er kam in das Gerichtsgefängnis Landsberg/Warthe, wurde von dort in das KZ Sachsenhausen verschleppt und am 6. Juni 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofes zum Tode verurteilt und am 21. August in Brandenburg-Görden ermordet.

     

     

     

  • Ursula Goetze (1916‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Ursula-Goetze-Straße

     

     

     

    Ursula Goetze wurde am 29. M√§rz 1916 in der Familie eines Kaufmanns geboren. Sie besuchte das Lyzeum, das sie aber aus finanziellen Gr√ľnden vor dem Abitur verlie√ü. Als Mitglied des KJVD und der IAH wurde sie nach der Macht√ľbernahme durch die Nationalsozialisten kurzzeitig inhaftiert. Von April 1933 bis Ende M√§rz 1935 besuchte sie die St√§dtische H√∂here Handelsschule in Berlin-Neuk√∂lln, anschlie√üend war sie als Stenotypistin bei einer Versicherungsfirma und beim Forschungsdienst der Reichsarbeitsgemeinschaften der Landbauwissenschaft besch√§ftigt. Ursula Goetze hatte Kontakt zu Neuk√∂llner Kommunisten um Gertrud Rosemeyer, unterst√ľtzte Hilfsaktionen f√ľr rassisch und politisch Verfolgte und half beim Einschleusen illegaler Druckschriften aus der Tschechoslowakei. In der Heilschen Abendschule machte sie die Bekanntschaft von Eva Rittmeister, Liane Berkowitz, Fritz und Hannelore Thiel, Friedrich Rehmer und Hans Coppi. Zusammen diskutierten sie unter der Leitung von Dr. John Rittmeister politische und philosophische Fragen. Im April 1940 begann Ursula Goetze an der Berliner Universit√§t ein Philosophiestudium, freundete sich mit Werner Kraus an und stellte die gro√üe elterliche Wohnung f√ľr illegale Treffen zur Verf√ľgung. Gemeinsam mit Werner Kraus beteiligte sie sich an der Zettelklebeaktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies" sowie am Verteilen illegaler Druckschriften. Ende August 1942 reiste sie nach K√∂slin zu ihrer Schwester, um dort den f√ľr die Semesterferien geforderten Arbeitseinsatz im Kinderheim zu leisten. Ursula Goetze wurde am 15. Oktober 1942 verhaftet, am 18. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

     

  • Rudolf Grosse (1905‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Rudolf-Grosse-Straße

     

     

     

    Geboren am 9. Juni 1905 in Berlin, wuchs er bereits mit neun Jahren als Halbwaise mit seinen zwei Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Volksschule, erhielt er wegen guter Leistungen ein Stipendium was ihm ein Studium an der Gau√ü-Schule in Berlin aufzunehmen und sich zum Konstrukteur ausbilden zu lassen. Er arbeitete sp√§ter als Schlosser und Techniker, organisierte sich in der Gewerkschaftsjugend und erlernte die englische und russische Sprache sowie Esperanto. Als Rudolf Grosse sowjetische Dienststellen dar√ľber informierte, dass f√ľr die Sowjetunion bestimmte in Deutschland produzierte Maschinen fehlerhaft waren und Originalzeichnungen √ľbermittelte, wurde er 1928 wegen "Landesverrats" zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zuchthaus wurde er Mitglied der KPD geworden. Nach seiner Haftentlassung arbeitete er als Mitglied der KPD im Arbeitersportverein "Fichte" und gr√ľndete die "Wandergruppe 296" in Lichtenberg. Rudolf Grosse war mit Martha von Ceminski (14.7.1905 - 27.10.1978) verlobt, die bereits angemeldete Hochzeit fiel aus, da Rudolf Grosse verhaftet wurde. Seit 1934 lebten sie zusammen und arbeiteten illegal f√ľr den KPD-Unterbezirk Berlin-Lichtenberg. Ihre gemeinsame Wohnung in der Langestra√üe 110 in Berlin O 17 diente als illegale Poststelle der KPD f√ľr Berlin und Brandenburg. Bei dem Versuch am 30. April 1934 mit einem √Ątzstempel die. Losung "Hitler bedeutet Krieg" an Fensterscheiben gro√üer Gesch√§fte und in Haus- und Treppenfluren in Lichtenberg anzubringen, wurde er angeschossen, verhaftet und in das ber√ľchtigte SA-Lokal T√ľrrschmidtstra√üe verschleppt. Durch Misshandlungen erlitt er einen doppelten Sch√§delbruch und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Am 15. Oktober 1934 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haft nicht entlassen, sondern in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Ende November 1942 in das KZ Flossenb√ľrg √ľberf√ľhrt, wurde Rudolf Grosse anl√§sslich einer Sprengung im Steinbruch am 9. Dezember 1942 ermordet. Am 16. Dezember 1942 erhielt seine Lebensgef√§hrtin Martha von Ceminski die Mitteilung, Rudolf Grosse sei am 9. Dezember verstorben.

  • Wilhelm Guddorf (1902‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Wilhelm-Guddorf-Straße

     

     

     

    Geboren am 20. Februar 1902 in Melle bei Gent/Belgien als Sohn eines Universitätsprofessors. Schon auf dem Gymnasium fiel seine Sprachbegabung
    auf, er beherrschte später fast alle westeuropäischen und slawischen sowie eine Reihe
    weiterer Sprachen. Nach dem Krieg Umzug nach Osnabr√ľck, Abitur und Studium der Volkswirtschaft, Geschichte, Musik- und Kunstwissenschaft an den Universit√§ten M√ľnster, Leyden und Paris, wo er mit dem Kommunismus in Ber√ľhrung kam. 1922 Eintritt in die KPD.
    1924/25 Redakteur der "Freiheit" und des "Rhein-Ruhr-Pressedienstes" der KPD. 1925/26 mehrmonatige Haft. Dann Mitarbeiter der "Roten Fahne" in Berlin, leitete Guddorf von 1927 bis 1932 das au√üenpolitische Ressort des KPD-Zentralorgans (Pseudonym Paul Braun). Im Sommer 1932 schied er wegen parteiinterner Differenzen aus der Redaktion aus und arbeitete als √úbersetzer. 1933 illegal f√ľr die KPD t√§tig, am 22. M√§rz 1934 verhaftet und am 17. Juli 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Strafverb√ľ√üung Einlieferung in das KZ Sachsenhausen. Im April 1939 freigelassen, in einem Berliner Antiquariat besch√§ftigt, wo er Eva-Maria Buch (31.1.1921¬† 5. 8.1943) kennen lernte.
    Beide waren in der Folgezeit eng befreundet und gemeinsam illegal aktiv. T√§tigkeit als √úbersetzer, wurde einer der Herausgeber der Widerstandszeitschrift "Die innere Front", die in f√ľnf Sprachen erschien. Er hatte Verbindung zu der Gruppe Schulze-Boysen ("Rote Kapelle") und wurde am 15. Oktober 1942 erneut verhaftet und furchtbar gefoltert. Am 3. Februar 1943 vom 2. Senat des Reichskriegsgerichts zum Tode verurteilt,
    wurde Wilhelm Guddorf am 13. Mai 1943 in Berlin-Pl√∂tzensee hingerichtet. Seine Frau Hilde (5.7.1907¬† 6.11.1980), mit der er von 1930 bis 1942 verheiratet war, war die Tochter des Ehepaars Edwin und Gertrud Morgner, beide Delegierte des Gr√ľndungsparteitages der KPD.

  • Arvid Harnack (1901‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Harnackstraße

     

     

     

     

    Geboren am 24. Mai 1901 in Darmstadt wuchs Arvid Harnack in einer Gelehrtenfamilie auf und schloss sich nach dem kriegsbedingten Notabitur 1919 einem Freikorps an. Ein Rockefeller-Stipendium erm√∂glichte dem Juristen von 1926 bis 1928 ein Studium in Madison/Wisconsin. Dort lernte er seine Frau Mildred kennen. 1931 promovierte Harnack in Gie√üen √ľber die vormarxistische Arbeiterbewegung in den USA. Mit einer Delegation der von ihm mitbegr√ľndeten Gesellschaft zum Studium der sowjetrussischen Planwirtschaft (ARPLAN) reiste er im Sommer 1932 in die Sowjetunion. Nach 1933 begann Harnack einen Schulungszirkel aufzubauen, dem zun√§chst junge Arbeiter, sp√§ter der Schriftsteller Adam Kuckhoff, seine Frau Greta, zeitweilig der religi√∂se Sozialist und ehemalige preu√üische Kultusminister Adolf Grimme, der Unternehmer Leo Skrzypczynski und andere angeh√∂ren. Harnack wollte die Beteiligten bef√§higen, sich mit den politischen und wirtschaftlichen Zusammenh√§ngen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und sie f√ľr die Zeit nach dem Sturz des NS-Regimes vorbereiten. Er verbreiterte seine Kontakte zu gegen√ľber dem NS-Regime kritisch eingestellten Mitarbeitern aus Regierungsstellen. In Gespr√§chen mit Vertretern der amerikanischen und sowjetischen Botschaft vermittelte Harnack Einsch√§tzungen der politischen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Seit 1935 im Amerikareferat des Wirtschaftsministeriums t√§tig, wurde er 1937 Mitglied der NSDAP und avancierte bis 1942 zum Oberregierungsrat. Seit 1940 kooperierte Harnack mit Harro Schulze-Boysen, den er 1935 kennen gelernt hatte. Sie informierten Anfang 1941 einen Angeh√∂rigen der sowjetischen Botschaft √ľber die Vorbereitungen des milit√§rischen Angriffs auf die Sowjetunion. Anfang 1942 erarbeitete Harnack die Studie "Das nationalsozialistische Stadium des Monopolkapitals", die in Berliner und Hamburger Widerstandskreisen zirkulierte. Harnack wurde am 7. September 1942 verhaftet, am 19. Dezember vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und auf Befehl Hitlers am 22. Dezember 1942 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Mildred Harnack (1902‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Harnackstraße

    Mildred-Harnack-Oberschule, Schulze-Boysen-Straße 20

     

     

     

    Geboren am 16. September 1902 wuchs Mildred Fish in einer Kaufmannsfamilie in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin als j√ľngstes von vier Kindern auf. Nach dem Studium der englischen Philologie und Literaturgeschichte lehrte sie an der Universit√§t Madison Literaturwissenschaft und lernte dort Arvid Harnack kennen, den sie im Sommer 1926 heiratete. 1929 folgte sie ihrem Mann als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Deutschland und erhielt 1931 eine Anstellung als Lektorin f√ľr amerikanische Literaturgeschichte an der Berliner Universit√§t. 1933 wurde sie entlassen und begann am Berliner St√§dtischen Abendgymnasium als Lehrerin f√ľr englische Literatur und Literaturgeschichte zu arbeiten. Ihre Sch√ľler Karl Behrens, Bodo Schl√∂singer und Wilhelm Utech nahmen an einem Schulungszirkel zu √∂konomischen und politischen Themen teil, den Arvid Harnack leitete. Mildred Harnack nutzte ihre guten Beziehungen zur amerikanischen Botschaft. Sie beschaffte Reden von Roosevelt und anderen Politikern, Nachrichten √ľber den spanischen B√ľrgerkrieg, Kommentare zu Hitlers Politik und andere Informationen, die sie zusammenstellte und an Gleichgesinnte weitergab. Sie kn√ľpfte Kontakte zu oppositionell oder gegen√ľber dem NS-Regime kritisch eingestellten Menschen, gewann einige f√ľr eine aktive Widerstandst√§tigkeit und unterst√ľtzte die illegale Arbeit von Arvid Harnack. Im November 1941 promovierte sie an der Universit√§t Gie√üen und wurde Lehrbeauftragte an der Berliner Universit√§t. Mildred Harnack wurde am 7. September 1942 gemeinsam mit ihrem Mann verhaftet und am 19. Dezember 1942 vom Reichskriegsgericht zu zun√§chst sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 21. Dezember 1942 hob Hitler das Urteil jedoch auf und so wurde Mildred Harnack am 16. Januar 1943 zum Tode verurteilt und am 16. Februar 1943 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Josef H√∂hn (1902‚Äď1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Josef- Höhn-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 27. M√§rz 1902 in Falkenberg in Oberschlesien als Sohn des Tischlermeisters Josef H√∂hn und seiner Ehefrau Ida, geborene Eckert. Im Jahre 1908 √ľbersiedelte er mit seinen Eltern und neun Geschwistern nach Berlin. Nach der Volksschule lernte Josef H√∂hn Feinmechaniker und arbeitete in verschiedenen Berliner Betrieben u. a. bei Siemens Apparate- u. Maschinenbau in Marienfelde. 1924 heiratete er Selma K√∂llner (12.10.1904¬† 1.11.1988). Sie hatten zwei Kinder Werner (1926) und Brigitte (1940). Josef war Mitglied der KPD und leitete die Betriebszelle der KPD auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Sommer 1933 verhaftet und zu f√ľnf Monaten Gef√§ngnis verurteilt, setzte er auch nach seiner Entlassung den Widerstand gegen das NS-Regime fort. Er hatte Verbindung zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Am 21. Juli 1944 verhaftet, wurde er am 18. Dezember 1944 vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt und am 29. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet

  • Albert H√∂√üler (1910‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Albert-Hößler-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 11. Oktober 1910 in M√ľhlau bei Burgst√§dt in Sachsen als zweiter Sohn des Handschuhzuschneiders und aktiven Gewerkschafters Walter H√∂√üler. 1915 kehrte der Vater als Kriegsinvalide heim und die Familie zog nach Freiberg, wo die Mutter im so genannten Kohlr√ľbenwinter 1917 verstarb. Nach dem Volksschulbesuch lernte Albert H√∂√üler G√§rtner, brach die Ausbildung aber vorzeitig ab und arbeitete als F√§rber, Wald- und Bauarbeiter, G√§rtner und Kraftfahrer. 1927 wurde er Mitglied des KJVD, 1928 trat er in den Bund der Freunde der Sowjetunion und in den Roten Frontk√§mpferbund (RFB) ein. Seit 1929 Mitglied der KPD √ľbernahm er Funktionen innerhalb des RFB und engagierte sich in der kommunistischen Kinder- und Jugendarbeit, war 1931/32 Gr√ľnder und Leiter einer Kommune in Herrenhaide, die kollektive Lebens- und Arbeitsformen nach sowjetischem Vorbild erprobten.
    Im M√§rz 1933 als bekannter KPD-Funktion√§r festgenommen, gelang ihm auf Grund einer Verwechslung die Flucht in die Tschechoslowakei, wo er die politische Arbeit in der Grenzregion fortsetzte. Im September 1934 kehrte er illegal nach Deutschland zur√ľck und arbeite f√ľr die KPD im Ruhrgebiet. 1935 hielt er sich in Belgien und den Niederlanden auf, von 1935 bis 1937 war er Kursant an der Internationalen Lenin-Schule in Moskau. Albert H√∂√üler reiste nach kurzer Vorbereitungszeit in Rjasan im April 1937 nach Spanien und war Angeh√∂riger der Internatonalen Brigaden. Unter dem Decknamen "Oskar Stark" war er als Leutnant Kompanief√ľhrer im "Hans-Beimler-Bataillon" und Mitarbeiter der Redaktion des "Deutschen Freiheitssender 29,8". Beim Kampfeinsatz an der Front Brunete im Juni 1937 verwundet, kehrte er nach Lazarettaufenthalten in Spanien und Frankreich in die Sowjetunion zur√ľck. Zun√§chst Ausbildung zum Metallarbeiter im Traktorenwerk von Tscheljabinsk, meldete er sich nach dem deutschen √úberfall als Freiwilliger an die Front.
    Er wurde als Funker ausgebildet und f√ľr den Einsatz in Deutschland vorbereitet.
    Anfang August 1942 sprang er bei Gomel ab, gelangte als Fronturlauber getarnt nach Berlin und nahm unter dem Decknamen Helmut Wiegner Kontakt zu Harro Schulze Boysen auf.
    Gemeinsam bem√ľhte er sich mit Hans Coppi um eine Funkverbindung nach Moskau. Im September 1942 festgenommen, wurde er bei den Vernehmungen durch die Gestapo ermordet.

  • Franz Jacob (1906‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Franz-Jacob-Straße

     

     

     


    Geboren am 9. August 1906 in Hamburg als Sohn des Dienstm√§dchens Marie Pgetz und des Hausknechts August Moser. Nach dem fr√ľhen Tod des Vaters wuchs er in der Familie des Gro√üvaters auf, nach der Eheschlie√üung seiner Mutter mit Gustav Jacob kehrte er 1917 in die neue Familie zur√ľck, Maschinenschlosserlehre auf einer Hamburger Werft. 1921 schloss er sich der Arbeiterjugend an, 1922 der SPD. 1925 Mitglied des KJVD, 1928 der KPD. Von April 1928 bis M√§rz 1929 Orgleiter des KJVD -Bezirks Wasserkante. Jacob wurde der Aufbau des Kampfbundes gegen den Faschismus, der Nachfolgeorganisation des 1929 verbotenen RFB, √ľbertragen. Im M√§rz 1931 Sekret√§r f√ľr Agitation und Propaganda der BL Wasserkante. Im April 1932 in die Hamburger B√ľrgerschaft gew√§hlt, richtete er in seiner letzten Rede am 8. Februar 1933 noch scharfe Angriffe gegen die SPD, weil diese sich weigere am "antifaschistischen Freiheitskampf" unter kommunistischer F√ľhrung teilzunehmen. Jacob verlie√ü Ende M√§rz 1933 Hamburg und √ľbernahm unter dem
    Decknamen Robert Giese die Leitung des Bezirks Bremen-Nordwest. Im Juli 1933 wird er
    auf Vorschlag Hermann Schuberts Leiter des Technischen Sekretariats beim Politb√ľro. Bereits im August verhaftet, wurde Jacob 1934 vom VGH zu einer dreij√§hrigen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach sieben Jahren Haft 1940 nach Hamburg entlassen, arbeitete er als Betriebsschlosser und heiratete die Kontoristin und sp√§tere P√§dagogin Katharina Hochmuth, geborene Emmermann (6.3.1907¬†¬† 23.8.1989). Jacob kn√ľpfte Kontakte zu den einstigen KPD-Funktion√§ren und Mith√§ftlingen aus Sachsenhausen
    Bernhard B√§stlein und Robert Abshagen. Die Gruppe versuchte in √ľber 30 Hamburger Werften und R√ľstungsbetrieben Produktionssabotage zu initiieren. Jacob geh√∂rte dem sogenanntenso genannten Dreierkopf an und entwarf Flugbl√§tter. Seine Frau Katharina transportierte dann die Flugbl√§tter und besorgte illegale Quartiere. Nach der Verhaftung B√§stleins im Oktober 1942 lebte Jacob illegal unter dem Namen Martin Puls in Berlin, wo er zusammen mit Anton Saefkow versuchte, die F√ľhrungsstruktur der KPD reichsweit zu reorganisieren. B√§stlein konnte Ende Januar 1944 aus der Haftanstalt Berlin-Pl√∂tzensese fliehen, er bekam Anfang Mai 1944 wieder Verbindung zu Jacob. Durch Kontakte zu Sozialdemokraten wie Adolf Reichwein und Julius Leber trafen Jacob und B√§stlein mit diesen am Abend des 22. Juni 1944 in der Wohnung des Chirurgen Dr. Rudolf Schmid in Berlin zusammen. An diesem Gespr√§ch nahmen au√üerdem die Kommunisten Ferdinand Thomas (30.4.1913¬†¬† 20.11.1944) und Hermann Rambow (8. 4.1887¬† 10.11.1945) teil. Da letzterer V-Mann des Reichsicherheitshauptamtes war, sind Reichwein, Saefkow und Jacob am 4. Juli 1944, Julius Leber einen Tag sp√§ter verhaftet worden. Franz Jacob wurde am 5. September 1944 zusammen mit anderen Mitgliedern der Saefkow-Gruppe zum Tode verurteilt und am 18. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet.

  • Alfred Jung (1908‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Alfred-Jung-Straße

     

     


    Geboren am 13. Juni 1908 in Berlin als Sohn des Maurers Friedrich Jung. Besuchte die Volksschule und wurde Mitglied des KJVD, 1927 trat er in die KPD ein. Von Beruf Verwaltungsangestellter war Alfred Jung in seinem Wohnort als Kommunist bekannt.
    Verheiratet war er mit Johanna Jung, geborene Bernstein (8.1.1909). Nach 1933 aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime, wurde er mehrmals verhaftet. Am 6. Mai 1940 zur Wehrmacht einberufen und als Sanit√§ter ausgebildet kam er in ein Kriegsgefangenenlager nach F√ľrstenberg an der Oder. Auch als Soldat blieb er mit Berliner Widerstandsgruppen in Kontakt, half im Kriegsgefangenenlager sowjetischen, jugoslawischen, franz√∂sischen und amerikanischen Kriegsgefangenen. Alfred Jung kam w√§hrend eines Heimaturlaubs in Kontakt zu Mitgliedern der Widerstandsgruppe um Franz. Jacob, Anton Saefkow und Bernhard B√§stlein. Er stellte den Kontakt zwischen dieser Widerstandsgruppe und organisierten Gruppen im Kriegsgefangenenlager her und sorgte f√ľr die √úbermittlung von Lebensmitteln, Flugschriften und politischen Informationen.
    Am 31. Juni 1944 erneut verhaftet, am 31. Oktober 1944 vom Volksgerichtshof wegen "Zersetzung der Wehrkraft" und "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt, wurde Alfred Jung am 4. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden  ermordet.

     

  • Paul Junius (1901‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Paul-Junius-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 10. Juli 1901 in Berlin, besuchte Paul Junius die Volksschule, begann zun√§chst eine Modelltischlerlehre, arbeitet dann als Arbeitsbursche, Hilfsschlosser und Maschinenschlosser. 1916 trat er in den DMV, 1917 schloss er sich dem Arbeiter-Touristen-Verein "Naturfreunde" an und war als Wassersportler Mitglied der Wanderpaddler "Havel". Ende 1923 trat er in die KPD ein, wirkte als ehrenamtlicher Funktion√§r in Berlin und stand seit 1933 an der Spitze illegaler Betriebszellen in den Askania-Werken, wo er als Dreher arbeitete. Er hielt im Auftrag der Gruppe Kontakt zu antifaschistischen Arbeitern verschiedener R√ľstungsbetrieben im S√ľden Berlins. 1933 gew√§hrte er dem gesuchten KPD-Funktion√§r Werner Prochnow Quartier und hatte sp√§ter auch Kontakte zur Widerstandsgruppe um John Sieg, Herbert Grasse und Otto Grabowski in Neuk√∂lln. Als Mitglied der Saefkow-Gruppe war er f√ľr die illegale Arbeit in den Betrieben in Berlin-Marienfelde und Berlin-Mariendorf verantwortlich. Am 13. Juli 1944 in Helmstedt verhaftet, hierher war der Betrieb verlagert gewesen, wurde Paul Junius am 26.Oktober 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 4. Dezember 1944 in Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Alfred Kowalke (1907‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Alfred-Kowalke-Straße

     

     


     

    Geboren am 11. April 1907 in Berlin, lernte Tischler und arbeitete anschlie√üend in Berlin und Hamburg. 1925 trat Kowalke in die KPD ein und geh√∂rte seit Ende 1931 dem illegalen AM-Apparat des ZK der KPD an. Er war f√ľr Waffen- und Munitionsbeschaffung verantwortlich und reiste Ende 1932 zu einer milit√§rischen Ausbildung nach Moskau. Nach Beendigung des Kurses kehrte er √ľber Prag im Mai 1935 nach Deutschland zur illegalen Arbeit zur√ľck. Ende 1935 emigrierte Kowalke nach Prag und war dort im AM-Apparat der Auslandsleitung der KPD eingesetzt. Er kam dann als Instrukteur unter dem Namen Arthur Janda nach Danzig und arbeitete mit den zwei kommunistischen Volkstagsabgeordneten zusammen. Als diese verhaftet wurden, ging Kowalke erneut nach Prag und wurde zur illegalen Arbeit nach Mitteldeutschland geschickt. Im Februar 1937 reiste er √ľber Amsterdam nach Paris, in den folgenden Monaten Instrukteur des ZK der KPD in Bremen und im Ruhrgebiet. Bei Kriegsausbruch in den Niederlanden, ging Kowalke im Sp√§therbst 1941 nach Westdeutschland, um Verbindungen zu suchen und aufzubauen sowie f√ľr illegal einreisende Instrukteure Quartiere zu beschaffen, was erst in der Folgezeit in Berlin gelang.
    Kowalke wurde ein enger Mitarbeiter des illegalen ZK-Instrukteurs Wilhelm Kn√∂chel. Mit dem ZK-Instrukteur Wilhelm Beuttel schrieb er Artikel f√ľr die Zeitungen ¬ĽRuhr-Echo¬ę, "Freiheit" und die von Kn√∂chel redigierte Zeitung "Der Friedensk√§mpfer". W√§hrend eines illegalen Treffs am 2. Februar 1943 verhaftet, am 5. November 1943 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt, wurde Alfred Kowalke am 6. M√§rz 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet.

     

  • Hans Kr√ľger (1904‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Gedenktafel T√ľrrschmidtstra√üe 38

     

    Geboren am 5. Juni 1904 in Berlin wurde der Schlosser und Mechaniker Hans Kr√ľger, der vor 1933 parteilos war und bei der Zweigstelle der Deutschen Telefon-Werke in der Neuk√∂llner, Friedelstra√üe 40 arbeitete, am 8. Mai 1944 vom Kammergericht Berlin wegen "Wehrkraftzersetzung" zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Durch den Volksgerichtshof wurde das Urteil aufgehoben und in einem beschleunigten Wiederaufnahmeverfahren am 27. Oktober 1944 in ein Todesurteil umgewandelt. Hans Kr√ľger wurde am 27. November 1944¬† im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Erich Kurz (1895‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Erich-Kurz-Straße

     

    Geboren am 16. M√§rz 1895 in Berlin absolvierte Erich Kurz nach der Schule eine kaufm√§nnische Lehre und arbeitete sp√§ter als Angestellter. 1914 noch Kriegsfreiwilliger, geh√∂rte er 1919 zu den Mitbegr√ľndern des Spartakusbundes in Charlottenburg und war seit dieser Zeit auch KPD-Mitglied. Seit 1921 gewerkschaftlich organisiert, arbeitete Erich Kurz von 1920 bis 1942 bei der AEG. Vor 1933 auch Bezirksverordneter in Charlottenburg und Funktion√§r des Roten Frontk√§mpferbundes. Nach 1933 geh√∂rte er der illegalen Betriebszelle der KPD bei der d. AEG an und war als (Techniker) Mitglied der von Robert Uhrig geleiteten Widerstandsgruppe. Erich Kurz hatte auch Verbindung zur Saefkow-Gruppe, wirkte hier im Telefunken R√∂hrenwerk in Moabit und unterhielt besonders Kontakte zu Zwangsarbeitern. Am 4. Februar 1942 verhaftet, kam er nach einem ¬ĺ Jahr Schutzhaft 1943 in das KZ Sachsenhausen. Ende 1943 nach Landsberg/Warthe √ľberf√ľhrt, wurde Erich Kurz am 6. Juni 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Erich Kuttner (1887‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Erich-Kuttner-Straße

     

     

     

     


    Erich Kuttner wurde am 27. Mai 1887 in Berlin-Sch√∂neberg geboren. Er besuchte das Gymnasium in Berlin und studierte in Berlin und in M√ľnchen. 1909 legte er die 1. Juristische Staatspr√ľfung ab. Von 1909 bis 1910 Rechtsreferendar. 1910 bis 1912 Sekret√§r beim Bund der technisch-industriellen Beamten. Ab 1912 Schriftsteller. Von Juli 1913 bis M√§rz 1915 Redakteur der "Volksstimme" in Chemnitz. M√§rz 1915 bis April 1916 Kriegsteilnehmer (Schwerkriegsbesch√§digter). Von 1916 bis 1922 Redakteur und von 1922 bis 1933 st√§ndiger Mitarbeiter des "Vorw√§rts" in Berlin. 1918 Mitbegr√ľnder und Vorsitzender im Hauptvorstand des Reichsbundes der Kriegsbesch√§digten. Im Januar 1919 war er einer der Organisatoren und Leiter des "Regiments Reichstag" zum Schutze der sozialdemokratischen Reichsregierung, die sich gegen den Aufstandsversuch der jungen KPD und Teilen der USPD widersetzte. Kuttner geh√∂rte von 1921 bis 1933 dem Preu√üischen Landtag an. 1922/23 Redakteur der Wochenschrift "Die Glocke"; seit November 1923 Redakteur im J. H. W. Dietz-Verlag und von Januar 1924 bis Juni 1927 Redakteur der satirischen Zeitung "Lachen Links". 1924 bis 1933 geh√∂rt er dem Reichsausschuss des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold an. Nach Machtantritt der Nazis emigrierte Kuttner in die Tschechoslowakei, nach Frankreich und nach den Niederlanden. 1936/37 war als Pressekorrespondent in Spanien und nahm am spanischen B√ľrgerkrieg teil. Er kehrte in die Niederlande zur√ľck, lebte ab 1940 in der Illegalit√§t. Im April 1942 von der Gestapo in Amsterdam verhaftet und nach Deutschland gebracht. √úber mehrere Stationen kam er zuletzt in das KZ Mauthausen, wo er am 6. Oktober 1942 angeblich "auf der Flucht erschossen wurde". Kuttner ist Verfasser zahlreicher literarischer und politischer Schriften (u.a. "Klassenjustiz", 1912) und eines autobiographischen Kriegstagebuchs
    ("Von dort marschierten sie ... ", 1916).

  • Karl Lade (1909‚Äď1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Karl-Lade-Straße

     

    Geboren in Berlin, seit 1924 Sch√ľler der Aufbauschule, ab 1930 der Karl-Marx-Schule in Neuk√∂lln. Lernte Kartonagenzuschneider und arbeitete als Hilfsmechaniker und Konstrukteur. Bereits w√§hrend seiner Schulzeit schloss er sich der SAJ, sp√§ter dem KJVD an. In den Askania-R√ľstungswerken in Berlin-Mariendorf organisierte er mit Kommunisten und Sozialdemokraten die illegale Arbeit im Betrieb, wie die St√∂rung der R√ľstungsproduktion, Flugblattverteilung und Beschaffung von Lebensmitteln f√ľr Illegale.
    Er stellte Verbindung zu franz√∂sischen Zwangsarbeitern her. Am 12. Juli 1944 im Zuge der Verhaftungsaktion der Gestapo gegen die Saefkow-Gruppe zusammen mit 14 weiteren Widerstandsk√§mpfern aus dem Askania-Werken verhaftet und am 29. November 1944 gemeinsam mit Walter Zimmermann, Kurt R√ľhlmann und Stanislaus Szczygielski zum Tode verurteilt und am 30. November 1944 in Brandenburg-G√∂rden ermordet.¬†

     

     

  • Georg Lehnig (15.3.1907‚Äď28.3.1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:


    Gedenktafel Wönnichstraße 105
    Georg-Lehnig-Straße

     

     

     


    Geboren am 15. M√§rz 1907 in Berlin, von Beruf Tischler und Mechaniker, trat Georg Lehnig 1923 in die Kommunistische Jugend Deutschlands (KJD), 1927 in die KPD ein. Nach neunmonatigem Aufenthalt in der Sowjetunion, arbeitete Lehnig als Kurier des ZK der KPD in Ostpreu√üen und Litauen. 1933 verhaftet kam er in ein KZ wurde 1935 aus "Mangel an Beweisen" entlassen. Er setze seine antinazistische T√§tigkeit in Berlin fort, stellte Flugbl√§tter her und geh√∂rte einer illegalen Betriebsgruppe bei Rheinmetall-Borsig in Tegel an, die Kontakte zur Uhrig-Gruppe unterhielt. Verheiratet war er mit Cl√§re Lehnig (14.4. 1904 - 9. 3.1991), die ihn bei seiner illegalen Arbeit unterst√ľtzte. In seiner Wohnung verbarg er den von der Gestapo gesuchten Paul Hinze. Am 16. April 1944 erneut verhaftet, am 11. Januar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 28. M√§rz 1945 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

     

  • Bernhard Lichtenberg (1875‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenktafel Gemeindehaus St. Marien, Gundelfingerstraße 36
    Gedenktafel St. Mauritius, Mauritiuskirchstraße

     

     

     


    Geboren am 3. Dezember 1875 in Ohlau in Schlesien. Bernhard Lichtenberg studierte katholische Theologie und wurde 1899 im Breslauer Dom zum Priester geweiht. Von 1900 bis 1913 wirkte er an mehreren Kirchen als Kaplan und Kuratus im Raum Berlin, darunter an der Kirche St. Mauritius in Berlin-Lichtenberg und in der Kuratie von Friedrichsfelde-Karlshorst. 1913 bis 1931 √ľbte er das Pfarreramt an der Herz-Jesu-Kirche in Charlottenburg aus.
    Bernhard Lichtenberg war im Ersten Weltkrieg als Militärpfarrer tätig. 1919 trat er der Zentrumspartei bei und gehörte auch dem Vorstand des Friedensbundes Deutscher Katholiken an. 1931 rief Bernhard Lichtenberg zum Besuch des Antikriegsfilms "Im Westen nichts Neues" auf. Die NSDAP-Zeitung "Der Angriff" begann daraufhin eine Hetzkampagne gegen ihn.
    1932 wurde Bernhard Lichtenberg zum Pfarrer der St. Hedwigs-Kathedrale ernannt und 1937 zum Dompropst gew√§hlt. Wie kein zweiter kirchlicher W√ľrdentr√§ger in Berlin wagte er sich mehrmals √∂ffentlich hervor. In seinen Predigten wandte er sich gegen den Terror in den Konzentrationslagern und betete nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 √∂ffentlich f√ľr die verfolgten Juden. Als Leiter des Hilfswerks beim Bisch√∂flichen Ordinariat unterst√ľtzte er gemeinsam mit dem Berliner Bischof Konrad Graf von Preysing j√ľdische B√ľrger finanziell und nahm einige auch in seine Wohnung auf. 1941 protestierte er gegen die Ermordung der Insassen der Heil- und Pflegeanstalten, das so genannte "Euthanasie-Programm".
    Am 23. Oktober 1941 wurde Bernhard Lichtenberg verhaftet und 1942 wegen "Kanzelmissbrauchs und Vergehen gegen das Heimt√ľckegesetz" zu zwei Jahren Gef√§ngnis verurteilt. Durch die Haftbedingungen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. 1943 aus dem Zuchthaus Tegel entlassen, brachte die Gestapo den Schwerkranken in das Durchgangslager "Arbeitserziehungslager" Wuhlheide. Von hier aus sollte er in das Konzentrationslager Dachau deportiert werden. Bei einem Zwischenaufenthalt des Gefangenentransportes verstarb Bernhard Lichtenberg am 5. November 1943 in Hof (Bayern). Trotz Geheimhaltung durch die Nationalsozialisten fand am 16. November 1943 in Berlin auf dem St. Hedwig-Friedhof unter gro√üer Anteilnahme der Bev√∂lkerung die Beisetzung statt. 1965 wurden die sterblichen √úberreste in die¬† St. Hedwigs-Kathedrale √ľberf√ľhrt. Durch Papst Johannes Paul II. erfolgte am 23. Juni 1996 die Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs.

  • Otto Marquardt (1893‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Otto-Marquardt-Straße

     

     

     

     


    Geboren am 17. August 1893 als Sohn einer Hamburger Arbeiterfamilie, lernte Otto Marquardt¬† Schriftsetzer. 1915 zum Milit√§r eingezogen, kam er w√§hrend des Krieges in Kontakt zu Anh√§ngern der Spartakusgruppe und unterst√ľtzte deren antimilitaristische Arbeit unter den Soldaten. 1919 wurde Marquardt selbst Mitglied der KPD, besuchte Kurse der Volkshochschule und marxistische Zirkel und engagierte sich in der kommunistischen Kinderbewegung. Seit 1927 Sekret√§r des Landesverbandes Schleswig-Holstein der Internationalen Arbeiter Hilfe (IAH), sp√§ter auch Mitglied der IAH - Reichsleitung, nahm er als¬† Delegierter der deutschen Sektion an internationalen Kongressen der IAH teil.
    Seit 1934 in Berlin lebend, arbeitet er als Angestellter. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geh√∂rte Otto Marquardt als Verbindungsmann zwischen den kommunistischen Widerstandsgruppen in Hamburg und Berlin zu den engsten Kampfgef√§hrten Anton Saefkows.¬† Marquardt war es, der Anfang 1944 den aus dem Zuchthaus geflohenen Bernhard B√§stlein mit Anton Saefkow und Franz Jacob zusammenbrachte. Seit April 1944 war Otto Marquardt im Verteilerb√ľro des Reichsministeriums f√ľr R√ľstung und Kriegsproduktion t√§tig und hatte somit Zugang zu verschiedenen NS-Dienststellen und konnte geheime Dokumente der Leitung der Widerstandsgruppe √ľbergeben. Am 10. Juli 1944 wurde Otto Marquardt festgenommen und am 7. September vom Volksgerichthof gemeinsam mit Willi Jungmittag zum Tode verurteilt. Otto Marquardt wurde am 30. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Wilhelm Martinke (1909‚Äď1945) Open or Close

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenktafel Pfarrstraße 92

     

    Geboren am 12. Oktober 1909 in Berlin, arbeitete Wilhelm Martine als Metallschleifer bei Siemens. Vor 1933 parteilos, bet√§tigte sich Martinke nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am Aufbau einer Widerstandsgruppe im Betrieb. Er wurde denunziert und am 9. September 1944 im Betrieb verhaftet. Vom Kammergericht Berlin "wegen Wehrkraftzersetzung" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er in das Zuchthaus Sonnenburg (heute Slonsk/Polen). Vor den heranr√ľckenden Einheiten der Roten Armee wurde Martinke Anfang Januar 1945 von einem SS-Sonderkommando auf dem Hof des Zuchthauses erschossen.¬†

     

  • Franz Mett (1904‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Franz-Mett-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 25. Oktober 1904 in Nickelnischken in Ostpreu√üen, stammte Franz Mett aus einer kinderreichen Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er zeitweise als Bergmann im Ruhrgebiet und als Metallarbeiter in Berlin. 1928 trat er der KPD bei, seit 1929 war er arbeitslos und widmete sich ganz der Parteiarbeit, zuerst als Kassierer, sp√§ter als Funktion√§r im Berliner Unterbezirk Zentrum. Wegen seiner Aktivit√§ten im kommunistischen Widerstand, Mett war Kurier der Berliner Bezirksleitung und schleuste illegale Schriften aus der Tschechoslowakei nach Deutschland ein, wurde er im November 1934 festgenommen und am 30. Januar 1935 vom 3. Strafsenat des Kammergerichts Berlin wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Luckau verb√ľ√üte, wo er Robert Uhrig kennen lernte, mit dem er nach der Haftentlassung 1938 eine neue Widerstandsgruppe aufbaute. Mett, der nach seiner Entlassung als Automatenhelfer bei der Fabrik "Robert Carst" in der Alten Jacobstra√üe besch√§ftigt war, geh√∂rte zu den f√ľhrenden Mitgliedern der Uhrig-Gruppe und war u. a. verantwortlich f√ľr den Aufbau und die Anleitung illegaler Gruppen in Gro√übetrieben. Am 4. Februar 1942 verhaftet, wurde er am 6. Juni 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofes zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Martin Niem√∂ller (1892‚Äď1984) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Martin-Niemöller-Grundschule

     

     

    In Westfalen am 14. Januar 1892 geboren, wurde Martin Niem√∂ller in einem Pfarrhaus kaisertreu und deutsch-national erzogen. Als Marineoffizier kommandierte er im Ersten Weltkrieg ein U-Boot. Ab 1919 studierte Martin Niem√∂ller Theologie in M√ľnster. Seit seiner Ordination 1924 fungierte er als Gesch√§ftsf√ľhrer der Inneren Mission in Westfalen und war seit 1931 Gemeindepfarrer in Berlin-Dahlem. Zun√§chst die NSDAP unterst√ľtzend, dann tolerierend, geriet er bald mit ihr in Konflikt, als sie die Gewaltherrschaft etablierte. Im Herbst 1933 rief Martin Niem√∂ller dazu auf, einen Pfarrernotbund zu schaffen, der sich gegen die Ausgrenzung von Christen j√ľdischer Herkunft aus dem kirchlichen Leben und gegen die Verf√§lschung biblischer Lehre durch die nationalsozialistischen Deutschen Christen wehren sollte. Daraus ging die Bekennende Kirche hervor, zu deren aktivsten K√∂pfen er z√§hlte. Im M√§rz 1934 verh√§ngte das Regime √ľber ihn ein zeitweiliges Redeverbot und lie√ü ihn ein Jahr sp√§ter zusammen mit mehreren hundert Pfarrern verhaften, weil sie sich gegen Angriffe des NS-Ideologen Alfred Rosenberg gewandt hatten. Am 1. Juli
    1937 wurde Martin Niem√∂ller erneut von der Gestapo festgenommen. Am 7. Februar 1938 verurteilte ihn ein Berliner Gericht zu neun Monaten Festungshaft, die durch die Untersuchungshaft verb√ľ√üt war. Am n√§chsten Tage brachte die Gestapo Martin Niem√∂ller jedoch ins KZ Sachsenhausen, wo er sofort in Isolierhaft kam. Am 11. Juli 1941 wurde er in das KZ Dachau verlegt. Gegen seine Verhaftung sowie die Einweisung ins Lager protestierten zahlreiche Geistliche und Gl√§ubige. Vielerorts im Ausland sah man in Martin Niem√∂ller ein Zeugnis des ungebrochenen Willens, der Gewaltherrschaft zu widerstehen. Nachdem Martin Niem√∂ller am 30. April 1945 befreit worden war, hatte er nach Kriegsende ma√ügeblichen Einfluss auf das Stuttgarter Schuldbekenntnis der evangelischen Kirche vom 19. Oktober 1945 und war von 1947 bis 1965 Kirchenpr√§sident von Hessen und Nassau. Martin Niem√∂ller verstarb am 6. M√§rz 1984.

     

  • Erwin N√∂ldner (1913‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Nöldnerplatz
    Nöldnerstraße

     

     

     

     

    Geboren am 29. April 1913 in Berlin-Lichtenberg, erlernte der Sohn einer Arbeiterfamilie den Beruf eines Schlossers und Werkzeugmachers. 1928 wurde er in Berlin Mitglied des KJVD, engagierte sich in der Roten Jungfront der Jugendorganisation des RFB. N√∂ldner leitete die KJVD- Gruppe G√∂rlitzer Viertel und geh√∂rte der Leitung des KJVD Berlin-Kreuzberg S√ľdost an. Ab 1933 illegal t√§tig in einer KPD-Zelle des Unterbezirks S√ľdost, wurde er im Dezember 1935 verhaftet, am 4. Juni 1936 vom 4. Senat des Kammergerichts Berlin wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach den Haftstationen Luckau, Esterwegen und Aschendorfer Moor II wurde er Anfang Dezember 1938 entlassen. Unter Polizeiaufsicht stehend, arbeitete er dann bei der Fabrik "Auert" in Berlin-Wei√üensee.
    Seit 1939 mit Lucie Kolboske verheiratet, wurde ihr gemeinsamer Sohn J√ľrgen 1941 geboren. W√§hrend des zweiten Weltkrieges hatte er Kontakt zu der von Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard B√§stlein gef√ľhrten Widerstandsgruppe und bem√ľhte sich als Verbindungsmann um die Herstellung von Kontakten zu anderen antifaschistischen Gruppen in mehreren Berliner R√ľstungsbetrieben. Am 7. Juli 1944 wurde er festgenommen und mit Bernhardt Almstadt und Arthur Weisbrodt am 19. September 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Der Werkmeister Erwin N√∂ldners reichte im Namen aller Mitarbeiter der Firma Auert ein Gnadengesuch ein, das jedoch ignoriert wurde. Am 6. November 1944 wurde Erwin N√∂ldner im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Ernst Reinke (1891‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Ernst-Reinke-Straße

     

     


    Geboren am 28. November 1891 in Memel/Ostpreu√üen, Arbeiter, Mitglied der KPD. Im September 1930 im Wahlkreis Berlin als Abgeordneter in den Reichstag gew√§hlt, aber bereits am 30. Juni 1931 durch Hanna Sandtner ersetzt. Unter Hermann Remmele war Reinke Sekret√§r des am 28. September 1930 gegr√ľndeten Kampfbundes gegen den Faschismus bzw. der Antifaschistischen Aktion. Schon am 28. Februar 1933 verhaftet, kam Reinke in das Polizeipr√§sidium am Alexanderplatz und wurde nach schweren Misshandlungen in das KZ Esterwegen gebracht. Im August 1934 entlassen, arbeitete er dann als Mischer bei Siemes-Plania. Hier bem√ľhte sich Reinke um den Aufbau einer illegalen Zelle. Bei Kriegsausbruch im September 1939 erneut inhaftiert, zun√§chst in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, im April 1940 in das KZ Flossenb√ľrg/Oberpfalz
    √ľberstellt, wo Ernst Reinke am 28. April 1943 von der SS ermordet wurde.

     

  • Erich Rohde (1906‚Äď1933) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenktafel Wotanstraße 7

     

     

    Geboren am 10. Juni 1906 in BerlinLichtenberg, von Beruf Holzarbeiter war Erich Rohde im Furnierwerk "Nadge" in Lichtenberg besch√§ftigt. Seit 1929 Mitglied der KPD, geh√∂rte er auch dem Arbeitersportverein (ASV) "Fichte" als begeisterter Leichtathlet an. Er war im RFB organisiert und setzte seine politische Arbeit auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fort. Als Mitglied einer illegalen KPD-Zelle in der Lichtenberger G√ľrtelstra√üe, verbreitete er am 10. November 1933 zusammen mit anderen Nazigegnern Flugbl√§tter, klebte Plakate und malte Losungen gegen die "Reichstagswahl" und die von Hitler angeordnete "Volksabstimmung" √ľber den am 20.Oktober 1933 erfolgten Austritt Deutschlands aus dem V√∂lkerbund. Erich Rohde wurde von SA-Leuten festgenommen und in das ber√ľchtigte Sturmlokal in der Pfarrstra√üe (heute Schulze-Boysen-Stra√üe) verschleppt und dort so schwer misshandelt, dass er seinen Verletzungen erlag. Seine Leiche wurde verscharrt und am 15. November 1933 im Geb√ľsch am Wiesenweg gefunden.

  • Anton Saefkow (1903‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Anton-Saefkow-Platz
    Anton-Saefkow-Bibliothek
    Relief am Anton-Saefkow-Platz

     

     

     

    Geboren am 22. Juli 1903 in Berlin, entstammte einer sozialistischen Arbeiterfamilie. Als Schlosserlehrling trat er 1920 der KJD bei und war seit 1923 Mitglied in deren ZK. Ab 1924 in der KPD; im August 1924 in Bayern mit falschen Papieren verhaftet (Ferdinand Merker) und im November zu drei Monaten Gef√§ngnis verurteilt. 1927 Parteisekret√§r, zun√§chst in Berlin, dann Sekret√§r f√ľr Gewerkschaftsfragen in Ostsachsen, ab April 1929 in der BL Ruhr in Essen. Nach Gr√ľndung der RGO von 1929 bis Mitte 1932 Leiter dieser Organisation im Ruhrgebiet, danach Polleiter des KPD-Bezirks Wasserkante in Hamburg. Am 16. April 1933 wurde Saefkow mit seiner Frau Thea, geborene Brey, verhaftet, sie wurde freigelassen, emigrierte sp√§ter nach Frankreich, ihre Ehe wurde 1938 geschieden. Anton Saefkow war bis April 1934 im KZ Fuhlsb√ľttel eingesperrt, wurde dann zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und nach Strafverb√ľ√üung 1936 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort zu weiteren zwei Jahren Haft wegen "kommunistischer Zellenbildung" bestraft, weil er im KZ eine Ged√§chtnisfeier f√ľr Edgar Andr√© veranstaltet hatte. Im Juni 1939 freigelassen, arbeitete er bei einer Autovermietung in Potsdam, heiratete 1941 √Ąnne Thiebes. Saefkow wirkte wieder illegal und baute w√§hrend des Krieges in Berlin die neben der Schumann-Gruppe gr√∂√üte und bedeutendste illegale Widerstandsorganisation der KPD auf. Er hatte auch Verbindung zu den Kreisen des 20. Juli, kam gemeinsam mit Franz Jacob am 22. Juni 1944 in Berlin mit Julius Leber und Adolf Reichwein zusammen. Die Gestapo, √ľber einen Spitzel informiert, verhaftete Saefkow am 4. Juli 1944. Mit Jacob und Bernhard B√§stlein am 5. September 1944 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Anton Saefkow am 18. September 1944 in Brandenburg hingerichtet. Seine zweite Frau √Ąnne Saefkow, geb. Thiebes (12.2.1902), seit 1922 Mitglied der KPD, war u. a. Stenosekret√§rin im ZK der KPD und beim RGO-Reichskomitee, bis Ende 1933 im illegalen Apparat des ZK Mitarbeiterin von Theodor Neubauer. Nach dessen Verhaftung bis 1944 Stenotypistin und Korrespondentin bei verschiedenen Firmen, am 5. Juli 1944 verhaftet, beim Evakuierungsmarsch aus dem KZ Ravensbr√ľck am 1. Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Bis 1952 stellvertretende Vorsitzende der Kommission f√ľr Staatliche Kontrolle von Ost-Berlin, von 1950 bis zur Aufl√∂sung der VVN (Februar 1953) Vorsitzende des Landesverbandes Gro√ü-Berlin und Abgeordnete der Volkskammer. √Ąnne Saefkow starb am 4. August 1962 in Ost-Berlin.

  • Otto Schmirgal (1900‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Otto-Schmirgal-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 15. Dezember 1900 in Bentschen/Posen, Sohn eines Eisenbahnschaffners;lernte Rundschleifer und geh√∂rte von 1918 bis 1920 dem rechtsradikalen Freikorps "Ost" an. Dann als Arbeiter gewerkschaftlich aktiv, trat er 1925 in Berlin in die KPD ein. Ab 1927 bei der BVG angestellt, dort Betriebsrat, war er im November 1932 w√§hrend des BVG-Streiks von RGO (und NSBO) Mitglied der zentralen Streikleitung. Schmirgal geh√∂rte zur BL Berlin-Brandenburg, wurde am 5. M√§rz 1933 in den Preu√üischen Landtag gew√§hlt, konnte aber wegen der einsetzenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten sein Mandat nicht aus√ľben. Bis August 1933 arbeitete er illegal, wurde dann festgenommen und sa√ü 1933/34 in Brandenburg sowie im KZ Esterwegen in "Schutzhaft". Nach seiner Freilassung im September 1934 Notstandsarbeiter beim Bau der Autobahn und ab 1937 in seinem Beruf als Rundschleifer. Er bem√ľhte sich in seinem Betrieb in Berlin-Wittenau um Unterst√ľtzung f√ľr die von Robert Uhrig geleitete Widerstandsgruppe. Deshalb am 4. Februar 1942 verhaftet und im September 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Otto Schmirgal wurde am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Sein Bruder Hans Schmirgal (28.12.1906¬† 19.12.1973) trat 1928 der KPD bei, wurde im Oktober 1933 verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Krieg Verbindung mit seinem Bruder Otto, wurde er im Februar 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen. Nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft im September 1945 wieder in Berlin, trat er der KPD bei. Hans Schmirgal war langj√§hriger Leiter des Referats Verfolgte des Naziregimes des Ost-Berliner Magistrats.

  • Harro Schulze-Boysen (1909‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Schulze-Boysen-Straße

     

     

     


    Geboren am 2. September 1909 in Kiel als Sohn von Erich Edgar Schulze, einem Kapit√§nleutnant und dessen Frau Marie-Luise Schulze, geborene Boysen als erstes von 3 Kindern. Nach dem Gymnasium in Berlin und Duisburg legte er 1928 das Abitur ab, engagierte sich Ende der zwanziger Jahre im Jungdeutschen Orden. Als Herausgeber der Zeitschrift "Gegner" hatte er 1932/33 vielf√§ltige Kontakte in politisch unterschiedliche Lager. Nach dem Verbot des "Gegner" und einer kurzfristigen Haft in einem Berliner SA-Folterkeller begann Schulze-Boysen im Mai 1933 eine Ausbildung an der Verkehrsfliegerschule in Warnem√ľnde. Seit April 1934 im Reichsluftfahrtministerium t√§tig, bildete sich Mitte der drei√üiger Jahre ein engerer Freundes- und Widerstandskreis heraus, dem seine Frau Libertas, Elfriede Paul, Walter K√ľchenmeister, Elisabeth und Kurt Schumacher und andere angeh√∂ren. Der Oberleutnant Schulze-Boysen in der Attach√©-Gruppe des Reichsluftfahrtministeriums war zusammen mit Arvid Harnack der f√ľhrende Kopf der Widerstandsorganisation Rote Kapelle. Harnack und Schulze-Boysen informieren im ersten Halbjahr 1941 einen Vertreter der sowjetischen Botschaft √ľber die Angriffspl√§ne gegen die Sowjetunion. Schulze-Boysen war bereit, den Kontakt nach Moskau w√§hrend der Kriegszeit √ľber ein Funkger√§t aufrechtzuerhalten. Durch technische Probleme kam es nicht zu einer Aufnahme des Sendebetriebes. Schulze-Boysen gewann nach dem 22. Juni 1941 neue Mitstreiter, beteiligte sich an der Ausarbeitung von Flugschriften, an einer Zettelklebeaktion und hatte Kontakte zu politisch und weltanschaulich unterschiedlich orientierten Hitler-Gegnern. Ende Oktober 1941 empfing er einen aus Br√ľssel angereisten Kurier des sowjetischen milit√§rischen Nachrichtendienstes zu einem Gespr√§ch. Aus einem dechiffrierten Telegramm aus Moskau nach Br√ľssel erfuhr die Gestapo Namen und die Anschrift von Schulze-Boysen und verhaftete ihn am 31. August 1942. Am 19. Dezember 1942 wurde er vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und auf Befehl Hitlers durch den Strang in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Libertas Schulze-Boysen (1913‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Schulze-Boysen-Straße

     

     

     

     
    Geboren am 20. November 1913 in Paris, verbrachte Libertas Haas-Heye ihre Kindheit auf dem Gut ihres Gro√üvaters Philipp F√ľrst zu Eulenburg und Hertefeld in Liebenberg bei Berlin. Nach dem Abitur an einem M√§dchen-Gymnasium in Z√ľrich und einem Englandaufenthalt begann sie 1933 eine T√§tigkeit als Pressereferentin bei Metro-Goldwyn-Mayer in Berlin. Im Sommer 1934 lernte sie Harro Schulze-Boysen kennen, den sie im Sommer 1936 in Liebenberg heiratete. Anfang 1937 trat Libertas Schulze-Boysen aus der NSDAP aus, der sie sich im M√§rz 1933 angeschlossen hat. Sie arbeitete mit G√ľnther Weisenborn an einem St√ľck "Die guten Feinde". Im Jahre 1940 schrieb sie Filmkritiken f√ľr die "Essener Nationalzeitung" und sammelte zugleich in der deutschen Kulturfilmzentrale im Reichspropagandaministerium Bildmaterial √ľber NS-Gewaltverbrechen. Sie unterst√ľtzte ihren Mann bei der Suche nach neuen Verbindungen im Widerstand. Ende Oktober 1941 empfing sie einen aus Br√ľssel angereisten sowjetischen Offizier des milit√§rischen Nachrichtendienstes und vermittelte ihm ein Gespr√§ch mit ihrem Mann. Nach dessen Verhaftung warnte sie Freunde und schaffte illegales Material beiseite. Libertas Schulze-Boysen wurde am 8. September verhaftet, am 19. Dezember 1942 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und drei Tage sp√§ter in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

     

  • Werner Seelenbinder (1904‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Werner-Seelenbinder-Schule

     

     

    Geboren am 2. August 1904 wuchs Werner Seelenbinder in einem Berliner Arbeiterviertel auf. 1921 schloss er sich als Transportarbeiter der Arbeitersportbewegung an. Der hochtalentierte Ringer errang sechsmal den Titel des Deutschen Meisters im Halbschwergewicht des klassischen Ringkampfs. Nach der Teilnahme an der I. Internationalen Spartakiade der Roten Sportinternationale trat er 1928 der KPD bei. Die Reisen der Ringer-Nationalmannschaft nach Dänemark, Lettland und Frankreich nutzte er zu Treffen mit Emigranten. Er gewann schwedische Sportler, anlässlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin die antifaschistischen Flugschriften "Hitlers Olympiade als Kulisse der Kriegsvorbereitungen" einzuschmuggeln, die Veranstaltungsprogrammen beigelegt wurden. Seit 1938 arbeitete Werner Seelenbinder eng mit Robert Uhrig zusammen. Er hielt Verbindungen zu einer Widerstandsgruppe in Mannheim und beteiligte sich an der Herstellung und Verbreitung des "Informationsdienstes" sowie anderer Flugschriften. Er half, dem 1941 aus den Niederlanden eingereisten Alfred Kowalke eine Unterkunft zu verschaffen. Am 4. Februar 1942 verhaftet, wurde Werner Seelenbinder mit anderen aus der Uhrig-Organisation in die so genannten  Arbeitserziehungslager Wuhlheide und Großbeeren eingewiesen, am 5. September 1942 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 24. Oktober 1944 in Brandenburg-Görden ermordet.

  • Rudolf Seiffert (1908‚Äď1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Rudolf-Seiffert-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 11. Juli 1908 in Berlin-Charlottenburg als Sohn eines B√§ckers, von Beruf Rohrleger und Revisor, geh√∂rte Rudolf Seiffert seit 1926 dem KJVD und der KPD, an. Der leidenschaftliche Schwimmer war in der Schwimmsparte im Arbeitsportverein "Fichte" organisiert. 1929 nach einer Protestveranstaltung des KJVD von der Polizei angeschossen, wurde ihm deswegen ein Bein amputiert. Infolge seiner Invalidit√§t war er lange ohne Arbeit. Erst 1936 fand er wieder Besch√§ftigung, zun√§chst als Hilfsarbeiter, sp√§ter als Revisor in den Siemens & Halske-Werken in Berlin-Siemensstadt. Bis 1933 f√ľr die KPD in Berlin-Wedding t√§tig, setzte er nach der Macht√ľbernahme der Nationalsozialisten die antifaschistische Arbeit fort. Sp√§ter war Leiter einer illegalen Betriebsgruppe in Berlin-Siemensstadt und hielt ab 1943 Kontakt zu Anton Saefkow. Er stellte auch seine Wohnung f√ľr Beratungen zur Verf√ľgung und unterst√ľtzte illegal Lebende mit Lebensmittelkarten und Geld. Er half mit die antifaschistischen ‘Soldatenbriefe’ an Feldpostadressen zu versenden und unter Wehrmachtsangeh√∂rigen, die in Berlin stationiert waren, zu verteilen. Am 19. September 1944 verhaftet, wurde Rudolf Seiffert am 18. Dezember 944 vom Volksgerichtshof gemeinsam mit Josef H√∂hn und Egmont Schultz zum Tode verurteilt und am 29. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • John Sieg (1903‚Äď1942) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    John-Sieg-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 3. Februar 1903 in Detroit/USA als Sohn eines Mechanikers. Aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus, lebte er seit dem Tod des Vaters 1912 in Schlochau/Westpreu√üen beim Gro√üvater. Er musste nach dessen Tod die Lehrerausbildung abbrechen, ging im Juni 1923 wieder in die USA und wohnte seit 1924 mit seiner sp√§teren Frau Sophie in Detroit als Werkstudent. Im Februar 1928 kehrte er nach Deutschland zur√ľck, war zun√§chst freier Autor, ver√∂ffentlichte 1928/29 erste Artikel, bald auch in der "Roten Fahne". Er trat 1929 in die KPD ein und wurde Feuilletonredakteur der "Roten Fahne". Von M√§rz bis Juni 1933 inhaftiert, danach aktiv gegen das NS-Regime, ab 1936 im Kontakt mit dem ZK-Instrukteur Heinrich Schmeer. Seit 1937 bei der Deutschen Reichsbahn besch√§ftigt, konnte Sieg Dienstreisen und Freifahrten nutzen, um neue Verbindungen zum illegalen Widerstand herzustellen, u. a. zur Hamburger Gruppe um Bernhard B√§stlein. Mit dem aus der Haft entlassenen Wilhelm Guddorf u. a. verfasste er nach dem deutschen √úberfall auf die Sowjetunion 1941 eine Analyse zur politischen Situation und initiierte die Herausgabe der illegalen Zeitung "Die innere Front". Am 11. Oktober 1942 festgenommen und in der Berliner Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Stra√üe grausamen misshandelt. Um keine Mitk√§mpfer zu verraten, beging John Sieg am 15. Oktober 1942 Selbstmord. Seine Frau Sophie Sieg (Heirat 1928), geborene Wloszczynski (14. 5.1893¬† 13.5.1987), Stenotypistin, seit 1930 in der KPD, geh√∂rte wie er dem Widerstand an, am 12. Oktober 1942 verhaftet, konnte sie im April 1945 beim Evakuierungsmarsch von Ravensbr√ľck nach Bergen-Belsen fl√ľchten. In der SBZ in der Zentralverwaltung f√ľr Verkehr, sp√§ter im Ministerium f√ľr Verkehrswesen der DDR besch√§ftigt, zuletzt Leiterin der dortigen Bibliothek.

  • Herbert Splanemann (1912‚Äď1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Splanemannstraße

     

     

     

     
    Geboren am 8. Juli 1912 in Berlin, von Beruf Werkzeugmacher, war Herbert Splanemann Mitglied des Metallarbeiterverbandes und der KPD. Als begeisterter Schwimmer war er im Arbeiterschwimmverein "Vorw√§rts" organisiert. 1932 zeitweise als Werkzeugmacher Betrieben der Sowjetunion t√§tig, kehrte er nach Deutschland zur√ľck und arbeitete in der "Fa. Alfred Teves, Maschinen- u. Armaturenfabrik GmbH" in Berlin-Wittenau. Nach 1933 geh√∂rte er einer illegalen Parteizelle des Unterbezirks Lichtenberg der KPD an. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wirkte er in der illegalen KPD-Betriebszelle bei den Teves-Werken und baute hier zusammen mit anderen Antifaschisten eine gr√∂√üere betriebliche Widerstandsgruppe auf. Herbert Splanemann hatte Kontakte zur Uhrig- und sp√§ter auch zur Saefkow-Gruppe. Er wurde am 21. August 1944 im Betrieb verhaftet, am 14. Dezember 1944 vom Volksgerichthof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" und "Feindbeg√ľnstigung im Kriege" zum Tode verurteilt und am 29. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Herbert Tsch√§pe (1913‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Herbert-Tschäpe-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 15.Januar 1913 in Berlin-Sch√∂neberg. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule absolvierte Herbert Tsch√§pe eine kaufm√§nnische Lehre bei der Zentral-Europ√§ischen Versicherungsbank. Nach nur einem Jahr wurde der Lehrvertrag gel√∂st und Herbert Tsch√§pe besuchte f√ľr ein Jahr die Kaiser-Friedrich-Oberrealschule in Berlin-Neuk√∂lln, danach arbeitete er als Bauarbeiter bei verschiedenen Berliner Firmen. Von 1928 bis 1930 in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) organisiert, wurde er 1930 Mitglied des KJVD und der KPD. Er war politischer Leiter des KJVD in Berlin-Neuk√∂lln und geh√∂rte 1933 der illegalen Leitung des KPD-Unterbezirks Berlin-Neuk√∂lln an. Im Dezember 1933 verhaftet und im Februar 1934 zu einem Jahr Gef√§ngnis verurteilt. Nach seiner Entlassung im Dezember 1934 entlassen (die Untersuchungshaft wurde angerechnet) arbeitete er bis zu seiner Flucht aus Deutschland bei einer Gartenbaugesellschaft in Berlin-Zehlendorf. Mitte 1935 emigrierte Herbert Tsch√§pe in die Tschechoslowakei und meldete sich im Herbst 1936 zu den Internationalen Brigaden nach Spanien. Als Hauptmann in der XI. Internationalen Brigade k√§mpfte er bis 1938 auf Seiten der spanischen Republik, danach war er bis Ende 1940 in einem franz√∂sischen Lager interniert. Im Mai 1941 kehrte er nach Deutschland zur√ľck, wurde sofort verhaftet und kam in das KZ Sachsenhausen. Von dort fl√ľchtete er am 22. April 1944, lebte illegal in einer Laube und nahm Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow auf, wo er verantwortlich f√ľr den zivilen Sektor der Arbeit des NKFD war. Am 5. Juli 1944 erneut verhaftet, wurde er am 24. Oktober 1944 vom Volksgerichthof zum Tode verurteilt und am 27. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Felix Tucholla (1899‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenkstein Nöldnerstraße 44, Schule
    Gedenktafel Kaskelstraße 41
    Tuchollaplatz

     

    Geboren am 17. Mai 1899 in Berlin-Friedrichsfelde. Der Schlosser Felix Tucholla geh√∂rte seit 1928 der KPD an, war ehrenamtlicher Funktion√§r der "Kampfgemeinschaft f√ľr Rote Sporteinheit" und Politischer Leiter der KPD-Zelle in der Lichtenberger Lessingstra√üe, zuletzt war er Org-Leiter des Unterbezirks Ost der KPD. Nach 1933 arbeitete er illegal weiter, verbreitete Flugbl√§tter und bildete einen Schulungszirkel. Ab 1939 unterst√ľtzte Tucholla mit seiner Frau K√§the, geborene Scheffler (10. 1.1910) antifaschistische Aktionen der von Robert Uhrig geleiteten Widerstandsgruppe. Sie halfen auch dem aus der Sowjetunion √ľber Ostpreu√üen im Mai 1942 abgesprungenen Fallschirmspringer Erwin Panndorf nach seinem Eintreffen in Berlin im Juni 1942. Sie besorgten ihm eine Unterkunft und K√§the Tucholla reiste mehrmals nach Meerane um alte Kontakte f√ľr Panndorf wiederherzustellen. Nachdem die Gestapo K√§the Tucholla bei einem dieser Treffen verhaftete, wurde einige Tage sp√§ter auch Felix Tucholla in Berlin festgenommen. Beide wurden vom Volksgerichtshof am 17. August 1943 zum Tode verurteilt. Felix Tucholla wurde am 8. September, seine Frau K√§the am 28. September 1943 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

     

  • K√§the Tucholla (1910‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Gedenkstein Nöldnerstraße 44, Schule
    Gedenktafel Kaskelstraße 41
    Tuchollaplatz

     

     

     

     


    Geboren am 17. Mai 1899 in Berlin-Friedrichsfelde. Der Schlosser Felix Tucholla geh√∂rte seit 1928 der KPD an, war ehrenamtlicher Funktion√§r der "Kampfgemeinschaft f√ľr Rote Sporteinheit" und Politischer Leiter der KPD-Zelle in der Lichtenberger Lessingstra√üe, zuletzt war er Org-Leiter des Unterbezirks Ost der KPD. Nach 1933 arbeitete er illegal weiter, verbreitete Flugbl√§tter und bildete einen Schulungszirkel. Ab 1939 unterst√ľtzte Tucholla mit seiner Frau K√§the, geborene Scheffler (10. 1.1910) antifaschistische Aktionen der von Robert Uhrig geleiteten Widerstandsgruppe. Sie halfen auch dem aus der Sowjetunion √ľber Ostpreu√üen im Mai 1942 abgesprungenen Fallschirmspringer Erwin Panndorf nach seinem Eintreffen in Berlin im Juni 1942. Sie besorgten ihm eine Unterkunft und K√§the Tucholla reiste mehrmals nach Meerane um alte Kontakte f√ľr Panndorf wiederherzustellen. Nachdem die Gestapo K√§the Tucholla bei einem dieser Treffen verhaftete, wurde einige Tage sp√§ter auch Felix Tucholla in Berlin festgenommen. Beide wurden vom Volksgerichtshof am 17. August 1943 zum Tode verurteilt. Felix Tucholla wurde am 8. September, seine Frau K√§the am 28. September 1943 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Elfriede Tyg√∂r (1903‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Elfriede-Tygör-Straße

     

     

    Geboren am 10. Oktober 1903 in Berlin als Elfriede Pilz,¬† besuchte sie nach der Volksschule einige Monate die Handelsschule und absolvierte eine Ausbildung als Stenotypistin und arbeitete von 1926 bis 1933 in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. 1925 heiratete sie den Schlosser und KPD-Funktion√§r Walter Tyg√∂r (11.3.1901 - 17.10.1981), der Mitglied des AM-Apparates der KPD war und schon vor 1933 emigrieren musste. Im Jahre 1930 weilte sie zu einem Erholungsurlaub in der Sowjetunion, im Kaukasus. Ab 1935 war sie als Stenotypistin bei der Preu√üischen Landespfandbriefanstalt besch√§ftigt. Seit 1930 lebte sie mit Fritz Pl√∂n (3.12.1906 - 28.8.1944) zusammen, mit dem sie sich der Widerstandsgruppe um Robert Uhrig anschloss. Sie √ľbernahm Schreibarbeiten, Kurierdienste und √ľberlie√ü ihre Wohnung Robert Uhrig und anderen f√ľr illegale Besprechungen. Am 4. Februar 1942 wurde sie festgenommen und von der Gestapo nach Verh√∂ren in das Frauenkonzentrationslager Ravensbr√ľck gebracht. Elfriede Tyg√∂r wurde am 7. Juli 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 25. August 1944 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

     

  • Robert Uhrig (1903‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Robert-Uhrig-Straße

     

     

     

     

    Geboren am 8. M√§rz in Leipzig, Sohn eines Schlossers, lernte nach der Volksschule Dreher, ging auf Wanderschaft und legte in Berlin die Ingenieurspr√ľfung ab. 1920 trat er in die KPD ein. Seit 1929 im Versuchslabor f√ľr Radior√∂hren bei der Osram GmbH in Berlin, √ľbernahm er Anfang 1933 die Leitung einer illegalen Betriebszelle der KPD. Im Juni 1934 festgenommen und am 28. November 1934 zu 21 Monaten Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verb√ľ√üte. Nach seiner Entlassung erneut im Widerstandskampf gegen die NS-Diktatur, leitete Uhrig ab 1938 verschiedene illegale Gruppen aus √ľber 20 R√ľstungsbetrieben in Berlin. Er stand 1938 in Kontakt mit dem in Prag residierenden Auslandssekretariat des ZK der KPD. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte er das Netz der Widerstandsorganisation erweitern, hatte Verbindung zu Kommunisten in mehreren deutschen Gro√üst√§dten. Seit 1940 war er mit Charlotte Kirst (26.2.1907¬† 17.10.1992), verheiratet. Seit 1926 SPD-Mitglied war sie von 1928 bis 1933 Sekret√§rin der SPD-Reichstagsfraktion, u. a. f√ľr Rudolf Breitscheid. Sie beschaffte 1941 geheime Unterlagen √ľber die R√ľstungsproduktion, die Robert Uhrig der sowjetischen Botschaft zustellen lie√ü. 1940/41 arbeitete Robert Uhrig mit der von Josef (Beppo) R√∂mer geleiteten Gruppe zusammen. Das von Uhrig herausgegebene Untergrundmaterial "Informationsdienst" berichtete √ľber √∂rtliche Missst√§nde und Verflechtungen betrieblicher Produktionsabl√§ufe mit der R√ľstungs- und Kriegswirtschaft des NS-Staates und rief zur Sabotage auf. Im Februar 1942 wurde die Gruppe zerschlagen. Robert Uhrig wurde am 4. Februar festgenommen, am 7. Juni 1944 vom VGH zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet. Charlotte Uhrig wurde am 3. September 1943 festgenommen, vom Volksgerichtshof zwar am 17. April 1944 freigesprochen, jedoch bis Ende April 1945 im KZ Ravensbr√ľck festgehalten. 1945/46 Leiterin des Frauenausschusses beim Bezirksamt Berlin-Sch√∂neberg, sp√§ter in der Deutschen Verwaltung des Innern bzw. bei verschiedenen DDR-Ministerien t√§tig.

  • Karl Vesper (1883‚Äď1933) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Karl-Vesper-Straße

     

     

    Geboren in Berlin arbeitete Karl Vesper vor dem Ersten Weltkrieg als Rohrleger und Monteur. Da er 100 Prozent kriegsbesch√§digt war, versuchte er den Lebensunterhalt f√ľr sich und seine Frau Alma (15.1.1886 - .....) durch die Z√ľchtung von Rassehunden aufzubessern. Seit 1921 USPD - Mitglied, trat er 1925 in die KPD ein und arbeitete in den zwanziger Jahren im "Internationalen Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit" in Berlin-Lichtenberg. Zun√§chst als Hauptkassierer, sp√§ter als Vorsitzender des Bundes engagierte er sich gleichzeitig in der Ortsgruppe Mahlsdorf/Nord der KPD. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten arbeitete er dort auch illegal, organisierte den Druck von Flugbl√§ttern und der Zeitung "Rote Fahne" f√ľr den Unterbezirk Berlin-Lichtenberg der KPD. Karl Vesper war beteiligt an der Vorbereitung von Aktionen gegen die von den Nationalsozialisten initiierte "Reichstagswahl" und der als "Volksabstimmung" deklarierte Vertrauensbeweis f√ľr die Politik Hitlers vom 11. November 1933. Bei der Vorbereitung dieser Aktion wurde er am 8. November 1933 von der SA verhaftet, in das ber√ľchtigte KZ Columbiahaus gebracht und so schwer misshandelt, dass er am 27. November 1933 seinen Verletzungen erlag.

  • Elli Voigt (1912‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Elli-Voigt-Straße

     

     

     

     


    Geboren am 22. Februar 1912 in Berlin als Elli Garius, Tochter eines Lederarbeiters. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete sie als Hausgehilfin und als Fabrikarbeiterin. Aus ihrer 1934 geschiedenen Ehe mit Max Giese und aus ihrer zweiten Ehe mit Fritz Voigt hatte sie zwei Kinder. Seit 1928 Mitglied im Arbeitersportverein "Fichte" gelangte sie nach 1933 durch ihren zweiten Mann Fritz Voigt in die illegale KPD. 1935 wird ihr Mann verhaftet und blieb bis 1942 im Zuchthaus und im Konzentrationslager. Nach seiner Entlassung wurde er zur Strafeinheit 999 einberufen. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges arbeitete Elli Voigt in der von Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard B√§stlein geleiteten Widerstandsgruppe. Sie vermittelte Zusammenk√ľnfte f√ľhrender Funktion√§re mit Vertretern der antifaschistischen Betriebsgruppen in den Askania-Werken, bei Bergmann und bei der Firma Schulze-Schneider. Sie √ľbergab ihnen illegale Flugschriften und bem√ľhte sich neue Mitarbeiter f√ľr die Widerstandsarbeit zu gewinnen. Elli Voigt wurde im Juli 1944 verhaftet, vom 1. Senat des Volksgerichtshofes am 21. Oktober 1944 zum Tode verurteilt und am 8. Dezember 1944 in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Arthur Weisbrodt (1909‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Arthur-Weisbrodt-Straße

     

     

    Geboren am 23. Oktober 1909 in Berlin als Sohn von Paul und Frieda Weisbrodt. Arthur Weisbrodt lernte nach dem Schulbesuch Optiker, machte seine Meisterpr√ľfung und trat 1929 in die KPD ein und wirkte auch nach 1933 als Funktion√§r im zentralen Apparat der illegalen Reichsleitung der Roten Hilfe sowie in der illegalen Ortsgruppe der KPD Mahlsdorf gegen das NS-Regime. Seit Anfang 1934 arbeitete er als Flugzeugoptiker in den Junkers-Werken in Berlin. Am 4. Mai1934 im Betrieb wegen eines bei ihm gefundenen Flugblattes festgenommen, verurteilte ihn am 5. September 1934 der 6. Senat des Kammergerichts Berlin wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu eineinhalb Jahren Zuchthaus. Zun√§chst H√§ftling im Zuchthaus Luckau. Nach bekannt werden seiner T√§tigkeit in der illegalen Reichsleitung der Roten Hilfe versch√§rfte der Volksgerichtshof das Urteil gegen ihn und verurteilte ihn zu insgesamt sieben Jahre Zuchthaus, die er in Brandenburg-G√∂rden verb√ľ√üte. Am 4. Mai 1941 entlassen arbeitete er bei der Fa. Helmuth Riedel in der K√∂penicker Stra√üe in Berlin. Arthur Weisbrodt nahm Verbindung zu den Widerstandsgruppen um Robert Uhrig und Anton Saefkow auf und wirkte u. a. als Verbindungsmann zwischen Berlin und im Raum Magdeburg operierenden NS-Gegnern. Am 6. Juli 1944 erneut verhaftet und am 19. September 1944 vom Volksgerichthof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" und "Feindbeg√ľnstigung im Kriege" zum Tode verurteilt wurde Arthur Weisbrodt am 6. November 1944 in Brandenburg-G√∂rden ermordet.

  • Eduard Zachert (1881‚Äď1943) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Zachertstraße

     

     

    Geboren am 8. M√§rz 1881 in Berlin war Eduard Zachert seit seinem achten Lebensjahr Waise. Er erlernte das Handwerk eines Lederarbeiters. Am Ende seiner Milit√§rdienstzeit nahm er 1900 an dem Einsatz zur Niederschlagung der "Boxeraufstand" genannten Erhebung in China teil. Durch den Auslandseinsatz empfohlen, wurde er 1901 Postbeamter und bereits 1906 in den Berliner Vorstand des "Verbandes der Postbeamten" gew√§hlt. Im Ersten Weltkrieg war er zwei Jahre lang Soldat und wurde Mitglied der USPD. Wegen seiner politischen Bet√§tigung war er 1920 drei Monate in Haft. Im selben Jahr wurde er in die Bezirksversammlung Prenzlauer Berg gew√§hlt. 1922 wurde er wieder Mitglied der SPD. Von 1923 bis 1925 geh√∂rte Eduard Zachert der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. Von 1924 bis 1932 war er Mitglied des Preu√üischen Landtages. Daneben engagierte er sich in verschiedenen Verb√§nden der Postbeamten, die sich schlie√ülich zur "Deutschen Postgewerkschaft" zusammenschlossen. 1933 wurde Zachert aus politischen Gr√ľnden von der "Deutschen Reichspost" entlassen. Er geh√∂rte zu einer Widerstandsgruppe fr√ľherer SPD-Mitglieder, die verbotene Schriften verteilten. Im Juli 1934 festgenommen und schwer misshandelt, kam er nach drei Monaten wieder frei. Er arbeitete danach als Versicherungsvertreter. Im Oktober 1942 schrieb er einem Gastwirt, in dessen Lokal er ein Gespr√§ch √ľber den Krieg geh√∂rt hatte. Er warnte ihn, seinen Sohn Offizier werden zu lassen. Der Krieg sei Unrecht und d√ľrfe nicht gewonnen werden. Die Kriegsgegner seien im √úbrigen so viel st√§rker, dass er nicht gewonnen werden k√∂nne. Der maschinenschriftliche Brief war nicht unterschrieben. Der Gastwirt √ľbergab ihn der Gestapo, die herausfand, dass Zachert ihn verfasst hatte. Am 30. April1943 wurde er vom Volksgerichtshof wegen "Zersetzung der Wehrkraft" zum Tode verurteilt und drei Monate sp√§ter in Berlin-Pl√∂tzensee ermordet.

  • Paul Zobel (1891‚Äď1945) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Paul-Zobel-Straße

     

     

     

     


    Geboren am 13. M√§rz 1891 in Berlin, Sohn eines Rollkutschers lernte Paul Zobel Buchh√§ndler. Seit 1913 Mitglied der SPD, war er im Weltkrieg Sanit√§ter an der Ostfront. 1917 trat Zobel in die USPD ein und wurde Ende 1920 Mitglied der KPD. Als aktiver Sportler, war er ab 1919 ehrenamtlicher Funktion√§r des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. 1928 wurde er wegen seiner kommunistischen Arbeit aus dem Verband ausgeschlossen. Von Herbst 1923 bis Juli 1926 Gesch√§ftsf√ľhrer bei der Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten, dann Parteiangestellter in der Abteilung Sport des ZK. Im November 1927 wegen Herausgabe "hochverr√§terischer Schriften" vom Reichsgericht zu einem Jahr Festung verurteilt. Da er im Mai 1928 in den Preu√üischen Landtag gew√§hlt wurde er aus der Haftanstalt Festung Gollnow entlassen. Zobel arbeitete dann wieder in der Gesch√§fts- bzw. Sportabteilung des ZK und zog auch im April 1932 wieder in den Preu√üischen Landtag ein. Zusammen mit Ernst Grube geh√∂rte er zu den wichtigsten Funktion√§ren der Kampfgemeinschaft f√ľr rote Sporteinheit und leitete mit Grube die Zeitschrift "Internationaler Arbeitersport". Bereits in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, kam Zobel bis Dezember 1933 in "Schutzhaft" in das KZ Sonnenburg. Danach Handelsreisender, er hatte Kontakte zu Robert Uhrig und sp√§ter auch zu Franz Jacob und Anton Saefkow. Im Juli 1944 inhaftiert, in das KZ Dachau verschleppt. Dort kam Paul Zobel am 22. M√§rz 1945 aufgrund der Entbehrungen und Misshandlungen ums Leben.

  • Johannes Zoschke (1910‚Äď1944) Open or Close

     

     

     

    √Ėffentliches Gedenken:

    Hans-Zoschke-Stadion, Ruschestraße 90
    Gedenkstein  Rathausstraße 8, Schule
    Gedenktafel Sportstadion Normannenstraße 28
    Johannes-Zoschke-Straße

     

    Geboren am 28. Januar 1910 in Landsberg an der Warthe, wuchs Johannes Zoschke bei seinen Großeltern in Berlin auf. Nach der Volksschule arbeitete er zunächst in einer Teppichweberei, später als Maschinenarbeiter, Heizer und als 17jähriger ging er als Matrose zur Handelsmarine, 1931 wurde er arbeitslos.
    Er war Fu√üballer des Sportvereins Sportclub Empor, lernte hier Arbeitersportler wie Werner Seelenbinder, Fritz Riedel und andere Sportlern kennen, die alle aktive Mitglieder der Kampfgemeinschaft f√ľr rote Sporteinheit waren. In seiner Freizeit vertrieb Zoschke die popul√§re "Arbeiter Illustrierte Zeitung" (AIZ). Im Juli 1931 heiratete er Elfriede Jutrzinski (12.2.1911 -¬† 21.12.2004). Im Januar 1941 wurde die Tochter Roswitha geboren. Als Mitglied der RGO arbeitete Johannes Zoschke bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten als ehrenamtlicher Funktion√§r in der "Jungen Volksb√ľhne". Nach 1933 bet√§tigte er sich gegen das NS-Regime, hatte Verbindungen zur Widerstandsgruppe um Josef R√∂mer und zu Robert Uhrig. In der Wohnung in der Revalerstra√üe 32 traf man sich zu illegalen Zusammenk√ľnften, die nach au√üen hin als Schach- oder musikalische Abende mit Sportfreunden getarnt waren. Von hier aus wurde das illegale Material vertrieben. Als Werner Seelenbinder ihn bat, den im Sommer 1941 aus den Niederlanden eingereisten Instrukteur des Zentralkomitees der KPD Alfred Kowalke in seiner Wohnung aufzunehmen, gab er diesem bereitwillig einige Monate Unterkunft. Am 4. Februar 1942 in seiner Wohnung verhaftet, kam er in Untersuchungshaft, davon 5 Monate in Einzelhaft. Seit Anfang 1943 war er H√§ftling des so genannten Arbeitserziehungslagers Wuhlheide, sp√§ter in den Lagern Fredersdorf und Gro√übeeren. Am 27. Februar 1944 angeklagt und am 20. September 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofes im Proze√ü gegen Robert Uhrig u.a. wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt, wurde Johannes Zoschke am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-G√∂rden ermordet.