Objekt des Monats Oktober: Eine 177 Jahre alte Brieftasche

Im Oktober zeigen wir die Brieftasche des Bäckermeisters Carl August Zipter aus Sternberg in Schlesien.

Carl August Zipter war der Vater der Gründerfamilie Zipter. Dessen Sohn Hermann lebte von 1882 an mit seiner Frau Auguste in der Hauptstraße 89/90. Auguste Zipter betrieb in der Nummer 89 eine Konditorei- und Gastwirtschaft. Die Zipters besaßen mehrere Konditorei-Geschäfte in der Stadt. Beliefert wurden sie von der A. Zipter-Baumkuchenfabrik auf Stralau, die in Alt-Stalau 40/41 stand. Im Juli 1925 wurde sie anlässlich einer Messe in Hamburg als „größte deutsche Baumkuchenfabrik“ mit Filialen in Berlin und München vorgestellt. Die Marke wurde von den Schwiegersöhnen Max Jordan in München und Theodor Helpenstein in Berlin weiter geführt. Überliefert ist das illustrierte Notenblatt eines Werbesongs im Shimmy-Fox-Rhythmus aus dem Jahr 1922, den der Kapellmeister und Komponist Karl Alfredy komponierte. Dieser seinerzeit bekannte Komponist und Kapellmeister starb 1935 in Prag, wahrscheinlich in der Shoa. Nach dem 2. Weltkrieg existierte die Firma A. Zipter nicht mehr.

Dem Stammvater der Zipters gehörte die Brieftasche, in die die Worte Carl August Zipter in Sternberg d. 25. Juni 1835 eingeprägt sind.

 

Das Objekt entstammt einem reichhaltigen Nachlass von Fotos und Dokumenten, den uns Reinhold Konrad aus Amorbach in diesem Jahr übergab. Dort wohnte bis zu ihrem Tode Wally Zipter, eine der Töchter der Unternehmerfamilie aus Rummelsburg.

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