
Das Museum Lichtenberg ist mehr als ein Museum. Als Informations-, Kultur- und BildungsstĂ€tte lĂ€dt es ein, die Geschichte und Gegenwart Lichtenbergs aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, zu erforschen und zu diskutieren. Ein Baustein des Museums ist die 2021 eröffnete neue Dauerausstellung. Sie hat das Ziel, gleichberechtigte kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Das Museum ist offen fĂŒr VerĂ€nderung und lĂ€dt seine Besucher:innen ein, aktiv zu werden, sich einzubringen und die Zukunft des Museums mitzugestalten.
ZusÀtzlich zur Dauerausstellung prÀsentieren wechselnde Sonderausstellungen und Veranstaltungen besondere Aspekte des Bezirks. Zum Museum gehört auch ein umfangreiches Archiv mit Dokumenten, Zeitzeugnissen, Objekten und Fotos sowie eine PrÀsenzbibliothek.
Das Museum Lichtenberg befindet sich in dem heute Stadthaus genannten ehemaligen Rathaus von Boxhagen-Rummelsburg.
Das Museum
Die Geschichte des Museum Lichtenberg ist so wechselvoll wie die Geschichte der Stadt Berlin. 1934 wird ein âHeimatarchivâ eingerichtet, das 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört wird. Nach ersten Versuchen in den 1950er Jahren wird im April 1978 eine offizielle âOrtschronikâ gegrĂŒndet. In langjĂ€hriger Recherche und ehrenamtlicher Arbeit trĂ€gt eine lose Interessengemeinschaft die bislang unerforschte und kaum dokumentierte Geschichte des Bezirks zusammen.
Die Sammlung zur Lichtenberger Geschichte durchlĂ€uft mehrere Namenswechsel: Aus der âOrtschronikâ wird das âHeimatgeschichtliche Kabinettâ, das in âHeimatgeschichtliche Sammlungâ und dann âHeimatmuseumâ umbenannt wird. Seit 2006 trĂ€gt sie schlieĂlich den Namen âMuseum Lichtenberg im Stadthausâ.
Auch der Standort der Sammlung wechselt im Lauf der Jahre immer wieder. Bis 1986 ist sie provisorisch und immer sehr beengt an verschiedenen Orten untergebracht, beispielsweise in einer Baracke in der HarnackstraĂe. Nach dem Einzug in die DeutschmeisterstraĂe 1986 stehen immerhin erstmals eigene RĂ€ume fĂŒr die PrĂ€sentation der Sammlung zur VerfĂŒgung. Mit der Bezirksfusion von Lichtenberg und Hohenschönhausen im Jahre 2001 werden die Sammlungen beider Bezirke zusammengelegt. 2006 zieht die Sammlung in das sanierte Stadthaus am Tuchollaplatz, ehemals Rathaus von Boxhagen-Rummelsburg. Das Museum feiert diesen Einzug mit einer neuen Dauerausstellung. 2021 erfolgt die Umgestaltung der Dauerausstellung, die die Geschichte des Bezirks Lichtenberg durch ihren inklusiven, partizipativen und kreativen Ansatz einem diversen Publikum zugĂ€nglich macht.
Die RĂ€ume des Museums erstrecken sich ĂŒber vier GebĂ€ude, die das Rathaus einst einnahm. Das ehemalige Rathaus Boxhagen-Rummelsburg aus dem Jahr 1901 ist ein reich verzierter Bau mit groĂem Ratssaal. 1945 wird es im Zweiten Weltkrieg zum GroĂteil zerstört. Nach 1949 sind hier das Referat Jugendhilfe und die Abteilung Volksbildung des Rates des Stadtbezirks Lichtenberg untergebracht, nach 1989 bis 1995 der Bereich Bildung des Lichtenberger Bezirksamtes.
Von 2003 bis 2006 wird der gesamte GebĂ€udekomplex umfassend saniert, um BĂŒros, Archiv- und ProjektrĂ€ume sowie zusĂ€tzlichen Raum fĂŒr eine Ausstellung zu schaffen. 2005 entsteht als Kunst am Bau der charakteristische Schriftzug »RAUM FĂR FREIRAUM« des KĂŒnstlers Luc Wolff auf dem Giebel des Stadthauses. Er wirbt fĂŒr Leerstellen und einen unbesetzten, öffentlichen Raum und verweist auf die BaulĂŒcke des historischen Ortes, die durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entstand. Er verweist zudem auf die RĂ€ume, etwa fĂŒr die kĂŒnstlerischen und kulturellen AktivitĂ€ten im Stadthaus.
Am 18. August 2006 zieht das Museum Lichtenberg ins Stadthaus und eröffnet am 27. Oktober desselben Jahres eine Dauerausstellung im Erdgeschoss. FĂŒr Sonderausstellungen werden weitere RĂ€ume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss genutzt. In den oberen Etagen des Stadthauses arbeitet zunĂ€chst ein TrĂ€gerverein. Heute haben hier die Verwaltung des Fachbereichs Museum und Geschichte sowie des Fachbereichs Kunst und Kultur ihren Dienstsitz. Im obersten Stockwerk befinden sich RĂ€ume einer internationalen KĂŒnstlerresidenz.