„Nur 4 ½ Kilometer vom Alexanderplatz!“, so warb die Fabrikstadt auf dem Rittergut kurz vor dem 1. Weltkrieg um entwicklungsfreudige Unternehmer, sich in der Nähe das Berliner Verkehrszentrums nieder zu lassen. Zum Angebot gehörte auch eine moderne Verkehrsanbindung, seinerzeit ein Gleisanschluss. Auffällig wurde das Gleisnetz auf einem Werbeposter in blauer Farbe hervorgehoben. Dass dieses Gleisnetz samt ehemaligem Rangierbahnhof bis heute mit dem Namen einer Person benannt wird, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Hermann Franz Leo Roeder, 1856 in Lichtenberg geborener Sohn des Rittergutsbesitzers Albert Roeder, der im selben Jahr das Gut Lichtenberg erworben hatte, übernahm den Besitz des 1872 gestorbenen Vaters.
Er begann das Land ab 1882 wie viele andere Grundbesitzer in Grundstücke zu parzellieren und an Interessenten, die bauen wollten, zu veräußern. Seit 1888 wirkte er als Amtsvorsteher von Friedrichsberg, Wilhelmsberg und Lichtenberg, ab 1892 als Gemeindevorsteher in Lichtenberg. In diese Zeit fällt die Eröffnung der „Irrenanstalt Herzberge“ bei Lichtenberg, in dem heute das Königin-Elisabeth-Hospital residiert. Dessen Heizhaus, das heutige Museum Kesselhaus, wurde mit einem Bahngleis versehen, das in den Folgejahren etappenweise ins Industriegebiet entlang der Herzbergstraße ausgebaut wird. In DDR-Zeiten bekam das Netz mit der Industrieanschlussbahn Lichtenberg einen Anschluss an den Außenring.
Mit der Deindustrialisierung nach 1990 verlor die die Roederbahn ihre Bedeutung. Das Schild wurde von einem Lichtenberger Stadtteilforscher geborgen und dem Museum übergeben.