Objekt des Monats September

Pralinenkästchen von VEB Pralina

 

Das aus rotem Velour mit Goldschrift auf fester Pappe aufwändig gestaltete Pralinenkästchen verließ am 21. Januar 1960 die Fabrik „VEB Pralina in der Hohenschönhausener Berliner Straße 83/84. Obwohl die Qualität der Süßwaren sicher nicht den Ansprüchen unserer Zeit erfüllte, wie der Vermerk: „Schokoladenüberzug 30%“ auf dem Produktzettel nahelegt, waren sie alles andere als kostengünstig. Ganze 10,20 Mark musste für das süße Vergnügen ausgegeben werden. 300 Gramm fasste diese Schachtel. Das war für 1960 ein außergewöhnlich hoher Preis. 1908 wurde das Fabrikgebäude der Schokoladenfabrik errichtet und in den Folgejahren mehrfach durch An- und Umbauten ergänzt. In den 1920er Jahren nannte sich die Firma aufgrund amerikanischen Kapitals im Geschäft: „Deutsch-Amerikanische Zuckerwarenfabrik GmbH.“ Nach 1945 wurde sie enteignet. Mitte der 1960er Jahre wurde der Standort geschlossen. In einigen Gebäuden stellte man bis 1992 Eisenbahnsignalanlagen her. Inzwischen wurden im Hauptgebäude Wohnungen errichtet.

Nachdem die Pralinen gegessen waren, diente die hübsche Box Jahrzehnte lang als Nähkästchen – berichtete die Spenderin der Pralinenschachtel.

 

 

 

 

 

Bildquelle: Museum Lichtenberg