Hannes Hegen (16.05.1925 - 08.11.2014) - mit bĂŒrgerlichem Namen Johannes Hegenbarth.

Der in Wien und Leipzig ausgebildete Grafiker schuf mit dem „Mosaik“ die beliebteste Kinder- und Jugendzeitschrift der DDR.  Die Helden Dig, Dag und Digedag entfĂŒhrten ihre Fangemeinde in 20 Jahren und 223 Abenteuern phantasievoll ĂŒber die Grenzen von Raum und Zeit.

 Als Zeichner und Autor arbeitete Johannes Hegenbarth nach 1945 u.a. fĂŒr die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“.  Mit seiner Idee, eine populĂ€re Kinderzeitschrift zu entwerfen, entwickelte er eine der auflagenstĂ€rksten Zeitschriften der DDR. Das „Mosaik“ erschien monatlich in bis zu 660.000 Exemplaren und war mit jeder Ausgabe ausverkauft. Die Hefte entstanden in Gemeinschaftsarbeit und waren vergleichbar mit den in dieser Zeit in Westeuropa verlegten Comics, von denen „Tim und Struppi“ von HergĂ© der bekannteste war.  Das „Mosaik“ hatte eine Ausnahmeausstellung: ohne die fĂŒr DDR-Publikationen ĂŒblichen politischen BezĂŒge fĂŒhrten die Digedags ihre Leserschaft von der FrĂŒhzeit bis in die Zukunft. In spielerischer Weise verbanden die Geschichten Unterhaltung und Bildung. Als Antwort auf westdeutsche und amerikanische Comics griffen die Bildgeschichten von Hannes Hegen grafische Traditionen, wie die „Neuruppiner Bilderbögen“ auf und gaben ihnen eine moderne Form. Differenzen zwischen dem herausgebenden Verlag Junge Welt und Hannes Hegen ĂŒber die zukĂŒnftige Ausrichtung des Heftes fĂŒhrten 1975 zum Ende der schon seit 1957 spannungsreichen und schwierigen Zusammenarbeit.  Abrupt wurde er vor vollendete Tatsachen gestellt: der Verlag hatte die Zeichner aus seinem Karlshorster Atelier abgeworben und mit der Produktion eines neuen Heftes beauftragt. Die gleichnamige Folgeserie erlangte ebenfalls PopularitĂ€t. Jedoch reichte die Beliebtheit und OriginalitĂ€t der neuen Helden Abrax, Babrax und Califax nicht an die frĂŒheren Erfolge heran. Hannes Hegen sicherte sich mit juristischem Beistand einige Urheberrechte, zu denen die Verwendung der Namen seiner „Digedags“ gehörte, nicht aber der Zeitschriftentitel „Mosaik“. Danach arbeitete er viele Jahre die Abenteuer der Monatsserien in Buchform um und folgte damit den eigenen Vorstellungen und dem internationalen Trend in der Comic-Kunst.

Johannes Hegenbarth war mit der KostĂŒmbildnerin Edith Hegenbarth geb. Szafranski (19. Januar 1924 - 7. Mai 2008) verheiratet. Auch sie arbeitet fĂŒr das „Mosaik“ und schuf zahlreiche Nebenfiguren. Beide sind auf dem evangelischer Friedhof Karlshorst beigesetzt.

 

 Hier finden Sie die Eröffnungsrede zur Einweihung der Gedenktafel als pdf.

 

Bildnachweis: Rainer Kruppa, geb. Hegenbarth

 

 

 

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