Lbg. Tageblatt 1913Person des Monats Januar

Gustav Kielblock

11. Januar 1843 (Franzburg im Kreis Stralsund) – 17. Mai 1917 (Berlin)

Der spätere Bezirksschornsteinfeger-Meister und unbesoldeter Stadtrat entstammte einer Familie aus Vorpommern. Der Familientradition folgend – sein Vater übte bereits in der dritten Generation den Beruf des Schornsteinfegers aus – ging er 1857 bei einem Oranienburger Meister in die Schornsteinfegerlehre.

Es folgten Wanderjahre, die ihn unter anderem nach Riga, Malmö, Westfalen und in das Rheinland führten. 1872 übernahm er die Stelle eines Altmeisters in Liebenwalde. Dort heiratete er Bertha Franke, die ihm acht Kinder gebar.

1878 bewarb sich Gustav Kielblock in Lichtenberg um die Stelle des Bezirks-Kehrmeisters und war ab 1879 im Ort ansässig und wirkte in seinem Beruf auch über Lichtenberg hinaus.

1885 gründete er die Schornsteinfegerinnung für den Kreis Niederbarnim. Die Innung für die sechs Kreise Oberbarnim, Niederbarnim, Templin, Prenzlau, Ruppin und Angermünde wählte ihn 1899 zu ihrem Obermeister.

Neben seinem Beruf engagierte er sich auch sehr für seine Gemeinde. So gehörte er seit 1888 der Gemeindeverwaltung als gewählter Gemeindevertreter an, übernahm 1891 das Amt eines Gemeindeschöffen und wurde Mitglied des Gemeindevorstandes. Über diese Funktionen hinaus saß er fast 20 Jahre, von 1889 bis 1908, für die konservative Partei im Kreistag von Niederbarnim. Nachdem Lichtenberg das Stadtrecht erhalten hatte, wurde Gustav Kielblock am 30. Januar 1908 zum unbesoldeten Stadtrat berufen.

In seinen Gemeindeämtern leistete Gustav Kielblock viel, um Voraussetzungen für das Erlangen der Stadtrechte für Lichtenberg zu schaffen. So setzte er sich für die Versorgung Lichtenbergs mit Gas und Wasser ein und sorgte für vertragliche Regelungen, die das Gaswerk am Wiesenweg und das Wasserwerk am Triftweg in kommunalen Besitz überführten. Auch für ein modernes Abwassersystem, das die sanitären Bedingungen der Kommune verbesserte, wandte er viel Kraft auf. Durch die Bildung eines Zweckverbandes mit der Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg konnte das Rittergut Tasdorf (heute ein Ortsteil von Rüdersdorf) erworben werden, wo die Abwässer verrieselt wurden.

Weitere Wirkungsfelder waren unter anderem das Schulwesen, die Park- und Friedhofverwaltung, die Einkommenssteuer-Veranlagungskommission und der Vorsitz des Grundbesitzervereins Lichtenberg. An der Eingemeindung von Rummelsburg-Boxhagen im Jahr 1912 hatte Gustav Kielblock ebenfalls groĂźen Anteil. In Anerkennung seiner Verdienste ernannte ihn die Stadt Lichtenberg1916 zu ihrem ersten EhrenbĂĽrger.

Bürgermeister Oskar Ziethen würdigte Gustav Kielblock in seiner Trauerrede für den 1917 Verstorbenen: „Es gibt kein Gebiet der Gemeindeverwaltung, auf dem er nicht einen maßgeblichen Einfluss ausgeübt, es gibt keine größere und wesentliche Maßnahme der Verwaltung, bei der er nicht – oft in entscheidender Weise – mitgewirkt hätte. In allen wichtigen Vorgängen der Entwicklung Lichtenbergs begegnen wir den eindrucksvollen Spuren seiner Arbeit.“

Schon zu Lebzeiten (um 1915) ehrte die Stadt Lichtenberg ihren verdienstvollen Kommunalpolitiker mit der Benennung einer StraĂźe am Stadtpark, die noch heute an ihn erinnert.

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