Verschwundene Orte - Kriegerheimsiedlung

 

Nach einer Idee von Wilhelm Primke und PlĂ€nen des damaligen Berliner Stadtbaurats Martin Wagner wurde 1926 und 1930 die erste deutsche Plattenbausiedlung errichtet. Die Architekten Goettel und Primke setzen ihn um. Bauherr ist die „GemeinnĂŒtzige Reichsbundkriegersiedlung GmbH“, die billige und hygienische Kleinwohnungen fĂŒr Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene errichten will. Es entsteht die „Kriegerheimsiedlung“. Ziel war es, den Wohnungsbau zu straffen und rationeller, schneller und kostengĂŒnstiger zu bauen. In den zwei- und dreigeschossigen HĂ€usern entstanden ursprĂŒnglich 138 Wohnungen, von denen im Zweiten Weltkrieg 20 zerstört wurden. Die Siedlung blieb vorerst ein Unikat im BemĂŒhen des Wohnungsbaus mit sozialen Zielstellungen. Die Betonplatten waren zu schwer, der Kran war zu unbeweglich und die SeriengrĂ¶ĂŸe war bei dieser Siedlung zu klein. Die Kritik am industriellen Bauen setzte ein, nicht zuletzt, weil die Gleichheit der HĂ€user als "unertrĂ€glich" empfunden wurde.

FĂŒr die industrielle Bauweise war die Zeit also noch nicht reif. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa 30 Jahre spĂ€ter, als wieder Wohnungsnot herrschte und die unzerstörten HĂ€user in den InnenstĂ€dten zu unmodern waren (kaum BĂ€der, viele Etagentoiletten, enge Hinterhöfe) wurde wieder an die Plattenbauweise gedacht.

1951 wurde die Kriegerheimstraße in Splanemannstraße umbenannt. Auch die Siedlung wurde ab diesem Zeitpunkt nun nicht mehr Kriegerheimsiedlung, sondern Splanemannsiedlung genannt.

 

Splanemannsiedlung modernisiert | 2015 | Museum Lichtenberg

 

Ansicht Eingang Splanemannsiedlung | Giovanni Lo Curto

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