Sonntag, 25. Mai – Freitag, 20. Juni 2008

Ausstellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus"

Ausstellungseröffnung 25. Mai, 11 Uhr

Von Bettlerrazzien zur Vernichtung. Sie waren sogenannte Asoziale: Wohnungslose, Wanderer, Alkoholkranke, aber auch Alleinerziehende mit Kindern von verschiedenen VĂ€tern, unverheiratete Frauen, Psychiatrie-betroffene oder einfach solche, die nicht immer pĂŒnktlich auf der Arbeit erschienen. Zwischen 1933 und 1945 gab es verschiedene Aktionen der Nazis und ihrer Helfer gegen solche Menschen, z.B. bei der Verfolgung wegen der Gesinnung bei der Erzwingung des Arbeitskrafteinsatzes von Bettlern und TippelbrĂŒdern, mit der gezielten Kenntlichmachung durch die FĂŒrsorgeĂ€mter, WohlfahrtsverbĂ€nde und Einrichtungen mit der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ 1938, durch die Einweisung in Heil- und PflegestĂ€tten im Sommer 1942.
Eine Ausstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Begleitprogramm: Drei filmische AnnĂ€herungen zum Thema Nichtseßhafte

Penner, Berber und Stadtratten
D 1981, Farbe, 47 Min.

In der Bundesrepublik gibt es fĂŒr 70.000 Nichtseßhafte, die gelegentlich arbeiten und meist vom Betteln leben, und nur 130 Einrichtungen mit insgesamt 13.000 Schlafstellen. Der Film gibt ein eindringliches Bild von diesen Randexistenzen unserer Gesellschaft, von denen 70% suchtmittelabhĂ€ngig sind.

Die MitlÀufer
D 1984, Farbe, 95 Min.

MitlĂ€ufer“ ist ein juristisch-politischer Begriff, der in den Entnazifizierungsverfahren nach 1945 neben den „Hauptschuldigen“, den „Belasteten“, den „Minderbelasteten“ eine vierte Gruppe bezeichnet. Zu ihr gehört jeder Deutsche, der ...“nicht mehr als nominell am Nationalsozialismus teilgenommen oder ihn nur unwesentlich unterstĂŒtzt und sich auch nicht als Militarist erwiesen hat..“. Zehn gespielte Szenen unterbrechen diese Dokumentation, gliedern sie und werfen Fragen ĂŒber die damalige Zeit, an die propagandistischen Filmaufnahmen des NS-Regimes und an die heutigen Zuschauer auf. Sie versuchen, die menschlichen Verhaltensweisen in jener Zeit zu interpretieren und helfen dem Zuschauer, seine Einstellung zu erkennen.

Obdachlos
D 1996, Farbe, 60 Min.

Leben in einer Konsumgesellschaft bedeutet die tĂ€gliche Konfrontation mit den vielen Verlockungen immer neuer aktuelle Angebote, die alle Bereiche des Lebens betreffen. Geld auszugeben ist fĂŒr diejenigen, die darĂŒber verfĂŒgen, selbstverstĂ€ndlich. Obdachlose und Bettler an Straßenecken und GesellschaftseingĂ€ngen gehören aber mittlerweile zum Stadtbild. Diese unterschiedlichen Facetten zeigt der Film.

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